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Was ist Meditation?

Die Frage danach, woran man Meditation erkennt, dürfte mittlerweile neben der unaufhörlichen Frage nach den Kennzeichen der Liebe eine sehr häufige Frage sein.
Hier ein Versuch, die ersten Anzeichen von Meditation aus meiner Sicht zu beschreiben…

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Stell Dir vor, Du bist in den Bergen unterwegs und hast Dir einen Platz zum Ausruhen gewählt.
Nun sitzt Du bequem und schaust auf den Weg, auf dem Du gerade herauf gekommen bist.
Der Reihe nach kommen andere Wanderer den Weg herauf. Mit jedem Einzelnen beginnst Du ein kurzes Gespräch, während sie vorbeigehen. Du bist richtig beschäftigt.

Das Beispiel oben könnte Dein gewohntes Alltagsbewusstsein beschreiben. Du bist beschäftigt mit Deinen Gedanken, Gefühlen und Emotionen, die Dich völlig vereinnahmen.

Irgendwann bemerkst Du die Anspannung, die durch die andauernde Konversation in Dir aufkommt. Du lehnst Dich zurück und schaust einfach mit einem freundlichen Lächeln an den Wanderern vorbei in die Ferne.
Du hörst, dass sie Dich ansprechen, aber Dein freundlicher und entspannter Blick gibt ihnen zu Verstehen, dass Du Dich auf keine Unterhaltung einlassen möchtest.

Die Wanderer symbolisieren Deine Gedanken, Gefühle und Emotionen. Achtsamkeit und damit die Eintrittskarte zur Meditation kommen in dem Moment auf, an dem Dir bewusst wird, wie sehr Dein Geist unablässig mit Gedanken beschäftigt ist.

Nun bemerkst Du, dass Ruhe in Dir aufsteigt. Die Wanderer gehen an Dir vorbei. Du entspannst Dich immer tiefer und jetzt fällt Dir plötzlich auch der wunderschöne Ausblick ins Tal auf. Gleichzeitig wird Dir bewusst, dass da Geräusche um Dich herum sind. Du nimmst das Zwitschern der Vögel und den Duft der Blumen wahr und Du spürst den Windhauch, der über Dein Gesicht streicht. Du badest in einem Gefühl von Befreiung und Entzückung.

Dein Geist hat aufgehört, sich von einem Reiz nach dem anderen vereinnahmen zu lassen. Alles geschieht gleichzeitig und wird gleichzeitig wahrgenommen, während Du nicht mehr damit identifiziert bist. Es geschieht einfach um Dich herum, ohne dass Du darauf reagierst.
In Deiner Mitte bist Du ein Gefühl aus Befreiung und Entzückung. Du hast die erste Stufe der Meditation erreicht.

Die Glaskörper-Meditation

Diese wirkungsvolle und schöne Methode ist mir während einer langen Meditationssitzung gewissermaßen „zugeflogen“. Sie entstand als Visualisierung der Selbstwahrnehmung und führte mich tief ins Hier und Jetzt.

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Die Glaskörper-Meditation ist eine Methode, die durch das Hilfsmittel der Visualisierung den Zugang zum Erlebnis von Meditation ermöglichen kann. Da sie mit Vorstellung und Visualisierung arbeitet, ist sie eine kontemplative Methode. Das macht sie nicht weniger wertvoll, denn Methoden sind und bleiben einfach Methoden und sind niemals die Meditation selbst. Methoden sind lediglich Hilfsmittel, wie auch die Betrachtung des Atems bei der klassischen Shamata-Methode ein Hilfsmittel für die Beruhigung des Geistes ist.

Die Praxis der Glaskörper-Methode setzt ein gewisses Maß an bildlichem Vorstellungsvermögen voraus, was aber den meisten Menschen von Natur aus gegeben ist.

Die Vorstellung des eigenen, zunächst kompakten Körpers, der im Verlauf der Übung in der Vorstellung immer leichter, durchlässiger und transparenter wird, ist der vordergründige Zweck der Methode.
Lässt man sich darauf ein, so entsteht ein sich zunehmend vergrößernder innerer Raum und ein Gefühl der Befreiung aus der Einengung des eigenen Körpers.

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Der in der Vorstellung ausgedehnte, innere Raum, wird nun meist als freier Raum ohne Widerstände und Anhaftungen in Bezug auf Gedanken, Gefühle, Emotionen und körperliche Empfindungen empfunden. Diese Geistesformationen bleiben im Fluss. Sie kommen und sie gehen ohne in einem körperlich eingegrenzten Raum gefangen zu sein.

Eine nicht-identifizierte Wahrnehmung, die mit einer entspannten inneren Haltung einher geht, leitet den Prozess des Loslassens ein!

Mit dem ablaufenden Prozess beruhigt sich der Geist und nimmt die Haltung des Beobachters gegenüber aufkommenden Gedanken, Gefühlen, Emotionen und Empfindungen ein.
Zusätzlich ist es hilfreich, das Gefühl der Entspannung in den inneren Raum „strahlen“ zu lassen. Dies erleichtert die Fähigkeit zum Loslassen ganz enorm.

Sofern man dem in der Übung ablaufenden Prozess folgen wollte und konnte, ist das Erlebnis von Meditation vorbereitet.
Wer dann noch Geduld aufbringt, neugierig ist und seine innere Haltung der Entspannung immer wieder auffrischt, wird meditative Momente fast garantiert erleben.

Praktische Anleitung zu dieser Methode gibt es in meinen Kursen oder auf Anfrage.
Eine Terminliste gibt es auf meiner Webseite unter http://pro-nutrimentum.de/termine/index.html

Osho Chakra Sounds Meditation

Die Chakra Sounds Meditation ist eine Methode, um seine Energiezentren (Chakren) zu aktivieren. Auf diese Weise kommt man in den Genuss, das lebendige Vibrieren der Energien zu spüren. Der eigene Körper wird zum Klangkörper.

Diese meditative Methode wird gewöhnlich in aufrechter Sitzhaltung oder im Liegen ausgeführt. Die Augen sollten dabei geschlossen sein.

Die erste Phase dauert 45 Minuten und wird von Musik begleitet, die nacheinander auf die einzelnen 7 Hauptchakren des Körpers abgestimmt ist.
Zur begleitenden Musik lässt Du durch Summen Töne entstehen, deren Vibration Du im betreffenden Chakra wahrnimmst.
Die Tonlage steigt beim Wechsel zum nächsthöheren Chakra immer weiter an.
Ist das 7. und damit das höchste Chakra erreicht, wandert man wieder bis zum 1. Chakra hinunter, wobei die Tonlage entsprechend abnimmt.

Die zweite Phase dauert 15 Minuten und wird in Stille ausgeführt. Dabei fühle Dich als stiller Beobachter und nimm bewertungsfrei wahr, was sich in Dir zeigen möchte.

Die 7 Hauptchakren
1. Wurzelchakra im unteren Beckenbereich, Sexualchakra
2. Sakralchakra, etwa 3 fingerbreit unter dem Nabel
3. Solarplexus-Chakra, zwischen Nabel und Brustbein
4. Herzchakra, in der Brustmitte
5. Kehlchakra, in der Mitte des Halses
6. Stirnchakra, „drittes Auge“, zwischen den Augenbrauen
7. Kronenchakra, Kopfspitze, Scheitel

Grundlagen für Meditation und Achtsamkeit

Wie die Erstbesteigung des Mount Everest durch Edmund Hillary und Tenzing Norgay, war Gautama Siddharta’s Erleuchtung auf eine andere Art ein Gipfelerlebnis. In beiden Fällen stehen die Erfahrungen als Anleitung der Nachwelt zur Verfügung, so unterschiedlich die beiden Unternehmungen auch waren.

Man muss das Rad nicht neu erfinden

Viele sind den Siegern gefolgt und konnten dem Ziel näher kommen ohne schon auf den ersten Schritten am Prinzip von Versuch und Irrtum zu scheitern.
Buddha’s Empfehlungen für die Reise nach Innen, sind ein Wegweiser für eine Reise ohne Extreme. Es ist der Mittlere Weg, der klar strukturiert und von logischen Regeln unterstützt ist, die an die Achtsamkeit gegenüber unseren inneren Prozessen gebunden sind.
Klar, vor 2500 Jahren lebten Menschen unter anderen Bedingungen, die weniger komplex und von weniger äußeren Einflüssen geprägt waren. Buddha’s Lehre, das Dharma, wendet sich an das grundsätzlich Menschliche. Allzu oft wird es von unserer starken materialistisch und nach außen orientierten Denkweise überblendet. Dennoch ist dieses grundsätzlich Menschliche nicht verschwunden. Wer wirklich will und sich für die Reise nach Innen klar entscheidet, kann auf dieser Reise durch Achtsamkeit, Vertrauen, konsequente Übung und Geduld große Fortschritte machen.

Osho: „Meditation for contemporay people“

Osho – früher Bhagwan Shree Rajneesh – war ein Lehrer unserer Zeit, der sich, wie einst Gautama Siddharta, auf die Reise nach Innen machte. Natürlich hatte auch er das grundsätzlich Menschliche im Blick, aber er erkannte die besonderen Herausforderungen, mit denen die Menschen seiner Zeit in besonderem Maße konfrontiert sind.
Die Vielschichtigkeit der Ablenkungen und Verwirrungen ist groß.
Osho’s Ansatz galt vor allem dem Abtragen der dicken Staubschichten aus Dogmen, unreflektierten Tabus und Gewohnheiten, die sich im Umgang mit dieser komplexen Welt angesammelt haben. Entsprechend eindringlich mussten seine Methoden ausfallen und entsprechend radikal musste er uns vor den Kopf stoßen, damit wir aufhören, uns weiter an den vielfältigen Verblendungen unserer Zeit festzuhalten.

Methoden sind Methoden

Die Lebensbedingungen entscheiden über die Methoden. Aber sie bleiben Methoden und sie sind niemals die Läuterung selbst, um die wir uns auf dem spirituellen Pfad bemühen. Sie sind Krücken, die uns das Fortkommen ermöglichen, bis wir irgendwann ohne sie gehen können. Auch die Anwendung der Regeln, die uns Lehrer geben, wird durch Methoden wesentlich erleichtert.

Auch heute – und vielleicht gerade heute – ist es notwendig und wichtig, sich um die reinigende, innere Läuterung zu bemühen. Sowohl das eigene, individuelle Glück ist Grund genug, als auch ein konstruktives und lebensbejahendes Miteinander aller Wesen auf unserem Planeten mahnt dies an.
Die Methoden, die wir uns dafür aussuchen, können ebenso individuell sein wie wir selbst. Methoden sind eben nur Methoden. Ausschlaggebend ist das Verständnis des grundsätzlich Menschlichen, dem wir durch Anleitung, Regeln und Verständnis und mithilfe der für uns geeigneten Methoden näher kommen können.

Im Grunde ist alles ganz einfach

Manchmal sind die einfachsten Dinge so schwer zu erreichen, weil es auf dem Weg dorthin auch Hindernisse gibt. Das schreckt ab. Das ist menschlich. Aber Hindernisse blockieren uns nur so lange, wie wir nicht akzeptieren können, dass sie unabdingbarer Teil des Lebens sind. Sie sind Naturgesetz, wie auch die angenehmen Dinge.
Wenn wir unseren Geist daran gewöhnen können, unweigerlich auftauchende Hindernisse überhaupt erst einmal als diese zu erkennen und dann ihre Natürlichkeit und Selbstverständlichkeit zu akzeptieren, wird es leichter sie zu überwinden. Wie wir das machen, dabei helfen uns Achtsamkeit uns selbst gegenüber, Anleitung, Vertrauen in die Wirksamkeit der Regeln, Geduld, konsequentes Üben und letztlich die Freude am Tun.

Was Freude macht, bringt auch die Liebe ins Spiel.

Ohne Freude ist alles nur kräftezehrende Arbeit. Mit der richtigen Wahl der Methoden, laden wir auch die Freude ein. Die Regeln im Umgang mit unseren inneren Prozessen bleiben dabei immer die selben.

Wo anfangen? Und wie geht es weiter?

Alles beginnt im Geist. Nichts geschieht, ohne dass es der Geist angeordnet hat. Wenn wir lernen, mit unserem Geist zu arbeiten, ändern sich in entsprechender Weise auch unsere Perspektive, unser Denken und Handeln.
Ansatzpunkt ist zunächst einmal die Beruhigung des unsteten Geistes, der sich gern in Gedanken und geistigen Fragmenten verliert, Szenarien aus Ängsten, Hoffnungen und Illusionen produziert und uns davon abhält, in die Stille der Tiefe zu gehen, in der Klarheit und schon immer vorhandene Weisheit warten, die uns aus vielen selbst geschaffenen Verstrickungen befreien.
Um dies zu erreichen, müssen wir Achtsamkeit üben und konsequent sein, um den nächsten Schritt in die Meditation möglich zu machen. Die Versenkung in Meditation ist das Tor zur Stille, in der wir Klarheit finden können.

Unsere ersten Schritte zu mehr Achtsamkeit beginnen auf dem Meditationskissen, indem wir konsequent und geduldig die gewählte Methode üben und dabei der inneren Prozesse gewahr werden ohne sie zu zensieren oder zu beurteilen.

Wenn wir gut geübt haben, werden wir feststellen, dass sich Achtsamkeit auch im Alltag – abseits des Meditationskissens – bemerkbar macht. Solche Momente des Gewahrwerdens sind unter Umständen von Staunen begleitet, weil bewusst wird, wie automatisch Reaktionen in uns ablaufen und nach außen getragen werden.

Meditation im Alltag

Viele Menschen glauben, dass Meditation auf die Zeiten beschränkt ist, die sie auf dem Meditationskissen verbringen. Wenn sie dann aufstehen und den Raum verlassen, ist die Meditation vorbei und der Alltag kehrt zurück.

Bereits die ersten, kleinen Schritte in Achtsamkeit, die noch weit entfernt von Meditation sind, entsprechen großen Schritten in das Abenteuer der eigenen, bislang verborgenen Erfahrungswelt.

Meditation ist einfach. Aber es ist nicht leicht sie zu erleben. Zu sehr ist der Geist daran gewöhnt, sich in oberflächlichen Sphären zu bewegen. Er denkt von morgens bis abends und er träumt von abends bis morgens, ohne jemals die verborgenen Tiefen zu berühren, in denen wertvolle Einsichten erlebbar werden können.

Die Zeiten auf dem Meditationskissen sind Übungszeiten. Es ist Vorbereitung und Einstimmung auf die Zeiten, die wir im Alltag erleben. Ebenso sind diese Übungszeiten auch Ruhe- und Reinigungszeiten für unseren stets bewegten und von Reizen überfluteten Geist, in dem wir nämlich innere Freiräume und Klarheit schaffen.

Natürlich bewirken Meditationsmethoden eine körperliche und geistige Entspannung. Das ist ein Nebeneffekt, der viele Menschen überhaupt erst zur Meditation bringt.
Das genau ist die Antwort auf meine oft gestellte Frage, warum Menschen Meditation erlernen wollen: Entspannung, Entschleunigung.
Ist das alles, was wir erwarten können? Natürlich nicht!

Wenn uns wirklich klar ist, dass Meditation einen Transformationsprozess in Gang setzt, der unser ganzes Sein erfasst und unseren Alltag verändern wird, einschließlich des Umgangs mit uns selbst und anderen Menschen, und wenn wir irgendwann erstaunt feststellen, dass wir uns weniger verzetteln, sorgen, ängstigen oder aufregen, sondern über unsere alltäglichen Gewohnheiten zu schmunzeln beginnen, dann beginnen wir Meditation endlich ernst zu nehmen. Ihre Früchte tauchen dann dort auf, wo sie am wertvollsten sind: im Alltag!
Wenn das so geschieht, dann sollten wir unbedingt dabei bleiben und diese Achtsamkeit, die wir auf dem Meditationskissen dem Atem gewidmet haben, auf möglichst viele alltägliche Tätigkeiten und Ereignisse lenken! Unser Geist wird sich erinnern, was er während der Übungszeiten gelernt hatte und er wird sich gerne beteiligen, wenn wir ihn ermutigen und geduldig und beharrlich sind.

Die Fähigkeit, Meditation im Alltag zu verankern, ist wie die Erziehung eines Kindes. Man braucht Geduld, Liebe, Beharrlichkeit und Vertrauen.

Vipassana: Stück-für-Stück zur Einsicht in sich selbst

Vipassana ist zwar keine Methode, aber es Bedarf einer Methode, um Vipassana (Einsicht) zu erhalten!

Natürlich haben wir, neben dem Atem, weitere Möglichkeiten unseren Geist durch Konzentrationsübungen an einem Punkt oder in einem begrenzten Bereich zu halten.

Bei der Gehmeditation fokussiert man seine Wahrnehmung auf die Empfindungen beim Gehen. Dies ist eine Methode, die vor allem durch den vietnamesischen Meister Thich Nhat Hanh bekannt wurde.

Eine weitere, nicht so bekannte Methode, ist die von der buddhistischen Nonne Ayya Khema empfohlene „Stück-für-Stück-Methode“, auf die sich dieser Beitrag bezieht. Das Besondere an dieser Methode ist, dass wir während der etwa 1-stündigen Übung mit unserem Geist – also mit der fokussierten Wahrnehmung – Stück für Stück durch die einzelnen Bereiche unseres Körpers wandern, dort jeweils aufkommende Empfindungen, Gefühle oder Emotionen wahrnehmen, dann wieder loslassen und zur nächsten Stelle weitergehen. Von der Nasenspitze bis zu den Zehenspitzen wird jeder Teil des gesamten Körpers behandelt.

Ausschlaggebend ist, die jeweiligen Empfindungen, Gefühle und Emotionen nicht zu bewerten oder zu beurteilen, sondern sie lediglich wahrzunehmen und als solche klar zu erkennen und sich von der Wahrnehmung des Bereichs wieder zu lösen, bevor man zum nächsten Bereich weiter geht.

Die „Stück-für-Stück-Methode“ hat vielfältige Wirkungen. Einerseits ist sie eine hervorragende Übung, um seine Konzentrationsfähigkeit zu stärken. Der Geist wird durch konsequentes Üben insgesamt ruhiger und weniger ablenkbar. Andererseits ist sie eine Methode der Läuterung (Reinigung, Befreiung) im Sinne des Dhamma. Gefühle und Emotionen, die wir je hatten, manifestieren sich im Körper – vor allem dann, wenn sie sehr oft erlebt werden. Im Körper können sie Blockaden erzeugen und sich als emotionale oder körperliche Störungen und Belastungen zeigen. Übende erleben, dass sich häufiges Üben dieser Methode sehr erleichternd in Bezug auf Blockaden auswirkt.

Eine weitere vorteilhafte Wirkung ist das Üben des Loslassens, das beim Wechseln von einer Stelle im Körper zur nächsten einen wichtigen Aspekt der Übung darstellt.
Dieses Loslassen, das sich während der Ausführung der Methode auf den Körper beschränkt, weitet sich bei konsequenter Praxis automatisch auf alle anderen Bereiche des Lebens aus. Die Anhänglichkeiten an die Dinge und sogar an andere Menschen verringern sich.

Aufkommende Hindernisse, die sich während der Übung in Formen von Ablehnung (Langeweile, körperliche Missempfindungen) oder Anhaftung (Hängenbleiben an angenehmen Empfindungen) zeigen können, werden wahrgenommen. Dieser Erfahrung folgt die Einsicht der Vergänglichkeit aller dieser Phänomene.

Im Rahmen meiner Meditationskurse biete ich diese Methode von Zeit zu Zeit in Gruppenkursen an.
Informationen zu Terminen könnt ihr auf meiner
Webseite finden.

Die zwei Pfeile des Buddha

Vom historischen Buddha existiert eine Anekdote, in der er seinen Zuhörern den Unterschied zwischen Schmerz und Leiden verbildlichen wollte.

Bild: Andrew Yardley. Lizenzfreie Bilder auf Unsplash.com

Schmerz, ob körperlich oder seelisch, sagte Buddha, ist ein Pfeil, der dich trifft. Es ist der erste Pfeil, mit dem du den Schmerz einfach wahrnimmst.

Nun kann es sein, dass dich ein zweiter Pfeil trifft, der einen zusätzlichen Schmerz verursacht. Dieser zweite Pfeil ist deine Bewertung, deine Ablehnung und dein Kampf gegen den Schmerz des ersten Pfeils. Der zweite Pfeil lässt dich anspannen und verkrampfen und verdoppelt und verlängert deine Schmerzempfindung.

Wenn es dir gelingt, dich in den Schmerz des ersten Pfeils zu entspannen und ihn ohne Bewertung und ohne Ablehnung anzunehmen, weil er ja ganz einfach da ist, dann kannst du verhindern, dass dich der zweite Pfeil trifft.

Das Gleiche geschieht mit Gedanken, Gefühlen und Emotionen

Je mehr du dich gegen die unangenehmen Phänomene deiner Lebendigkeit wehrst, desto stärker und aufdringlicher werden sie.

In der Meditation entspannst du Körper und Geist gleichermaßen und akzeptierst die Dinge, die in deinem Körper und deinem Geist aufsteigen. Es sind bewegliche, lebendige Energien. Sie kommen und gehen wie Wolken am Himmel. Du akzeptierst, dass sie kommen und du akzeptierst, dass sie vergehen.

Abendmeditation am Mittwoch

Zur Ruhe kommen und Stress abschalten, immer mittwochs 18:00-19:00 Uhr

Mit Tenzin Yeshi

Damit Du dann auch an allen anderen Tagen immer besser zu innerer Ruhe finden kannst, lade ich Dich ein, mittwochs an unserer Abendmeditation teilzunehmen. Regelmäßigkeit ist eine Säule der Meditation, deren Wirkung sich in der Gruppe darüber hinaus maßgeblich potenziert.

An jedem Abend wird es andere Themenschwerpunkte geben

Wo findet es statt?

Osho Mahabodhi Meditation Center
Wundtstraße 29
69123 Heidelberg-Wieblingen

Weitere folgende Angebote gibt es an anderen Tagen im Mahabodhi

– Tibetan Pulsing
– Mantra-Singen
– Familienstellen
– Tarot-Sessions
– Reiki
– Meditationstage
…und Vieles mehr.

Das Mahabodhi befindet sich direkt am alten Neckar. Es verfügt neben einem sehr schönen Session-Raum für bis zu zehn Teilnehmern über eine gemütliche Teestube mit Balkon und Blick auf den Neckar.

Anmeldung zur Mittwochs-Meditation ist grundsätzlich nicht erforderlich
Wenn Du Fragen hast, kontaktiere mich per Mail (yeshi@pro-nutrimentum.de) oder telefonisch, SMS oder WhatsApp (+491523 379 3402).

Kosten für die einzelne Teilnahme: 10 EUR, Ermäßigte 8 EUR
10er-Karte Mittwochs-Meditation: 60 EUR, Ermäßigte 40 EUR

Was Du mitbringen solltest:
  • bequeme Kleidung
  • Dich selbst 🙂
Sitzkissen, Decken und Yogamatten sind vorhanden.

Kundalini-Meditation

Was ist Kundalini?

Der Begriff Kundalini stammt aus der Mystik Indiens und bedeutet in etwa Schlangenkraft.
Traditionell stellt man sich die Kundalini als zusammengerollte Schlange vor, die im Bereich des Steißbeins „schläft“. Die Kundalini entspricht grundsätzlich unserer reinen, kreativen Lebensenergie. Man kann sie als energetisches Phänomen bezeichnen, das eng mit unseren körperlichen Energiezentren (Chakren) verknüpft ist.

Die 7 Chakren

  1. Wurzelchakra (Überleben, Instinkt)
  2. Sakralchakra (Sexualität. Gefühle)
  3. Solarplexuschakra (Macht, Wille)
  4. Herzchakra (Liebe, Mitgefühl, Beziehung)
  5. Halschakra (Ausdruck, Kommunikation)
  6. Stirnchakra (Wahrnehmung)
  7. Kronenchakra (Weisheit)

Normalerweise ist die Kundalini in den unteren beiden Chakren aktiv, nämlich dort, wo sich das Wurzel- und das Sakralchakra befindet. Im aktivierten Wurzelchakra besitzt unsere Lebensenergie eine Eigenschaft, die unser physisches Überleben sichert. Im Sakralchakra, das auch als Sexualchakra bezeichnet wird, hat unsere Lebensenergie eine Eigenschaft, die eng mit unserer Sexualität und Fortpflanzung verbunden ist.
Die fünf oberen Chakren (Solarplexus-, Herz-, Hals-, Stirn- und Kronenchakra) sind normalerweise nicht oder kaum aktiviert.

Warum die Kundalini wecken?

Alle Heilslehren und Religionen streben danach, diese schlafende Energie zu wecken und sie aus dem Bereich des sexuellen Zentrums nach oben aufsteigen zu lassen, um die oberen höher schwingenden Chakren zu aktivieren, wodurch unsere ungelebten, wahren und wertvollen menschlichen Potentiale geweckt werden: Liebe, Mitgefühl, Verbundenheit, innere Weisheit.
Im Grunde das Ziel jeglicher innerer Entwicklung.
Sind vor allem unsere beiden untersten Chakren aktiv, sind wir sehr stark mit der Sicherung unserer Existenz beschäftigt und Sexualität nimmt viel Raum in uns ein.
Steigt unsere Kundalini weiter, verstärkt sich unsere Willenskraft, im weiteren Verlauf bekommen wir Zugang zu unserer Liebesfähigkeit, zu Mitgefühl und Vertrauen. Durch die Aktivierung der obersten Chakren wird zusätzlich unsere Wahrnehmung feiner und differenzierter, wir können intuitiv denken und erhalten ungeahnte Einsichten in komplexe Zusammenhänge.

Wege und Techniken

Um das Aufsteigen der Kundalini zu bewirken, haben Menschen im Laufe der Geschichte verschiedene Rituale und Techniken erfunden: Meditationstechniken, Trance Tanz, Yogapraktiken.

Sehr wirkunsvoll ist die Kombination aus Meditation und Bewegung.
In unserer Zeit hatte der spirituelle Meister Osho Meditation und Bewegung in verschiedenen Techniken kombiniert. Eine davon ist die Kundalini-Meditation. Sie besteht aus vier aufeinander folgenden Phasen von jeweils 15 Minuten, wobei die ersten beiden Phasen aktiv und bewegt sind und die beiden letzten Phasen in Stille erfolgen.
Durch diesen Aufbau schlägt die Kundalini-Meditation im Verlauf der Phasen eine Brücke von achtsamer körperlicher Aktivität hin zu achtsamer Stille.

Die Welt ist ein Spiegel

Immer und immer wieder sollte man sich klar machen, dass die äußere Welt ein Spiegelbild der inneren Welt jedes Einzelnen ist. Die inneren Werte, Überzeugungen und Handlungen jedes Einzelnen erzeugen die sichtbare Welt im Außen.

Quelle: Dan Botan (Unsplash.com)

Kann die äußere Welt verändert werden, ohne dass eine „kritische Masse“ aus Individuen ihre inneren Werte, Überzeugungen und Handlungen verändert? Nein.
Die äußere Welt verändert sich mit der Veränderung der inneren Welt, ebenso, wie ein Spiegelbild sich ändert, wenn sich der Betrachter ändert.

„When you find pease, your peace will touch the world a lot more, than any propaganda will do…“
(Mooji)

Ebenso, wie die großartigen Fortschritte in Technologie einem brillanten Verstand entspringen, ebenso zeugt unser Umgang mit uns selbst und unserer Mitwelt, dass wir uns emotional nicht weiterentwickelt haben. Immer noch lebt das wilde und verängstigte und kampfbereite Tier in unserem Kopf. Wir sehen die Konflikte in der Welt um uns herum und überlegen, wie wir dagagen ankämpfen können. Aber wir wenden uns nicht unseren eigenen, inneren Konflikten zu, aus denen die äußeren Konflikte entstehen. Auf diese Weise kämpfen wir im Kampf gegen die äußeren Konflikte eigentlich gegen uns selbst.
Es nützt nicht, den Spiegel zu verurteilen, weil uns das Bild nicht gefällt.

„The only hope for humankind is the transformation of the individual.“
(Jiddu Krishnamurti)

 

Meditationspraxis: heiße und kühlende Langeweile

Langeweile ist etwas, das unser Geist überhaupt nicht mag. Für ihn ist es die reine Folter.
Weil wir seine Qualen kennen und spüren, haben wir uns darauf eingerichtet, ihm immer genug Unterhaltung und Abwechslung zu bescheren, schließlich ist die Welt nicht erst seit der Machtübernahme durch das Smartphone bunt und bewegt.

Ausgerechnet jetzt, wo ich mich 24 Stunden am Tag mit Reizen satt füttern lassen kann, tauchen verstärkt seltsame Menschen auf, die uns die Quelle der Langeweile schmackhaft machen wollen.
Sie reden von Meditation, innerer Einkehr, Selbsterkenntnis, innerem und äußerem Frieden und Entspannung – lauter Begriffe, die so gar nicht zum quirligen Treiben unserer Jetztwelt passen wollen. Eine recht kantige Sache mit solch weichgespülten Versprechen.

Als ich vor vielen Jahren mit Meditation begann, habe ich bereits nach zehn Sitzminuten die formatfüllende Tragweite von „heißer Langeweile“ erleben dürfen. Mein Geist lief Amok! Er präsentierte mir Erinnerungen, phantastische Geschichten und prächtige und bunte Zukunfstpläne.
Die Anweisung meines damaligen Yogalehrers, mich auf meinen Atem zu konzentrieren, verschwand im Nu unter einer Lawine von Gedanken und Gefühlen.

Es sollte Jahre dauern, bis ich mich zu einem neuen Versuch mit Meditation entschließen würde. Es war die Zeit der 80er-Jahre in Osho’s Ashram in Oregon, wo wir täglich in Gruppen stille und dynamische Meditationstechniken übten. Wahrscheinlich ist es der Gruppendynamik zu verdanken, dass ich bei der Stange blieb und mir einige „Erfolge“ gelangen, die Barriere der Langeweile zu überwinden und in tiefere Ebenen meines Geistes vorzudringen.

Aber auch in diesen, mir bis dahin noch unbekannten geistigen Ebenen, gab es eine Art von Langeweile, die sich deutlich von der Enge und Beklommenheit früherer Erfahrungen unterschied und eher eine erfrischende Form von „Langeweile“ ist. Ich erlebte sie als eine weiche, warme und zarte Ruhe, in der nichts störte. Die Befremdlichkeiten und Dissonanzen aus meiner gewohnten äußeren Welt, hatten hier keine scharfen Kanten, alles floss harmonisch und rund ineinander.
Die Erfahrung dieser Meditationen hinterließ in der Zeit danach einen Nachhall, den ich heute als das Erwachen von Mitgefühl bezeichne, das sich nicht auf irgendetwas oder irgendjemanden beschränkt, sondern nach allen Seiten strahlt.

Es ist nicht immer so geblieben. Es gab und es gibt immer wieder „Rückfälle“ in alte und begrenzende Gewohnheiten, die aus diesem geistigen Konstrukt aus Erinnerungen, Verletzungen und Überzeugungen genährt werden, die man gemeinhin „Ego“ nennt.
Dennoch, die konsequente Praxis der Meditation führt dazu, dass „Ego“ transparenter wird. Es verliert durch diese Transparenz seine Maske und wird immer deutlicher als das erkennbar, was es tatsächlich ist: eine gewohnte Vorstellung ohne wirkliche Substanz.

Meditation ist, wenn man sich endlich mal dazu aufgerafft hat, keine „Instant-Pille“, die man nur einmal nimmt und glaubt, dass alles getan ist.
Meditation ist eine wirkliche Herausforderung, die man mit der Besteigung eines Gipfels vergleichen kann. Das Hindernis der anfänglichen Langeweile, welche die Phantasie für Ausflüchte beflügelt, kann einem den Mut nehmen. Der zunehmend weiter werdende Ausblick auf die eignene faszinierende innere geistige Landschaft aber belohnt über alle Maßen, sofern man dran bleibt!

Im tibetischen Buddhismus gibt es den Begriff „Maitri“. Zusammenfassend beschreibt er die wohltuenden Eigenschaften, die durch die Praxis der Meditation entwickelt und gestärkt werden: Liebe, Mitgefühl, Loyalität, Freundlichkeit, Sanftmut, Standhaftigkeit, Ausdauer, Konzentration und Gleichmut und in Kombination aller Eigenschaften, ist es ein Weg zu innerem und äußerem Frieden…


Was ist der Unterschied zwischen Transformation und Veränderung?

Rein sprachlich und allgemein betrachtet, wird der Begriff Transformation oft mit Veränderung übersetzt. So gesehen, gibt es scheinbar keinen Unterschied.
In diesem Beitrag beziehe ich mich mit diesen beiden Begriffen allerdings  auf die Ziele, Wünsche, Probleme und Lösungen im Kontext unseres Menschseins.

Auf der Suche nach Glück und Erfolg strebt man Veränderungen an oder man mahnt Veränderung an, um die Welt friedlicher und gerechter werden zu lassen.

Veränderung im Sinne dieses Beitrags, ist ein aktiver Prozess, der willentlich per Entscheidung in Gang gesetzt wird. Er kann durchaus aggressiv sein, indem ich mich zu etwas zwinge und damit gegen mich selbst und meine Gewohnheiten ankämpfe und eben das eventuell auch von anderen Menschen verlange.

Transformation geschieht durch einen gänzlich anderen Ansatz. Sie geschieht, wenn ich das, was ich will und das, was ich nicht will zunächst einmal urteils-, wertfrei und akzeptierend betrachte. Man kann dafür die Begrifflichkeit der gleichmütigen Betrachtung im Sinne von Gelassenheit verwenden, die in der Meditationspraxis üblich ist. Diese Praxis ist der Ansatz, durch den ich meinen grundlegensten menschlichen Eigenschaften Raum zur Entfaltung gebe. Es entspricht einer Rückbesinnung auf das, was ich im tiefsten Wesen meines Menschseins von Anbeginn an bin.
Insofern führt Transformation nicht zu etwas Neuem, sondern sie entspricht einer Klärung, Reinigung und Besinnung.

Shamata- oder Shiné-Meditation

Lizenfreies Bild auf Usplash.com: Dingzeu Li

Die Shamata-Meditation oder auch Shiné genannt, ist die klassische buddhistische Ruhemeditation, die in Sitzhaltung geübt wird. Shiné ist ein tibetischer Begriff und setzt sich aus den Silben Shi (ruhig) und (Verweilen) zusammen.

Workshops und Seminare für Shamata-Meditation findest du auf meiner Webseite unter dem Link Kurse und Seminare!

Sinn von Meditation ist die innere Sammlung und damit die Läuterung, Beruhigung und Zentrierung des ansonsten zerstreuten Geistes, der im Alltag unaufhörlich nach Beschäftigung und Ablenkung sucht. Dabei springt er von einem Gedanken zum nächsten und erfüllt uns mitunter mit einer Wolke aus Gefühlen, Gedanken und Emotionen, mit denen wir uns identifizieren.

Meditation ist die Schulung des Geistes, die ihn daran gewöhnt, weg von Zerstreuung und hin zu Fokussierung, Ruhe und innerer und äußerer Entspannung und Klarheit zu kommen.

Bild: NASA, linzenfrei auf unsplash.com

Die Zerstreuung, die durch die Identifikation mit wechselnden Gedanken, Gefühlen und Emotionen entsteht, gleicht einem inneren Wirbelsturm, in dessen Bewegung wir uns im Alltag oft gefangen fühlen.
Dauerstress durch innere Anspannung und Ruhelosigkeit, ist ein für unsere Zeit typisches Symptom, das langfristig zu psychischen und körperlichen Erkrankungen führt.
Begebe ich mich durch Meditation ins Auge des Orkans, in dem Stille herrscht, werde ich zum unidentifizierten Beobachter. Ich genieße Klarheit und innere Ruhe, die mich flexibler auf innere und äußere Reize reagieren lässt.

Merkmal der Shamata-Meditation
Die Shamata- oder Shiné-Meditation wird in der typischen Meditations-Sitzhaltung ausgeführt.
Die Bewegungslosigkeit des Körpers und die Wahrnehmung des Atems als Objekt, auf das man sich konzentriert, spielen dabei als äußerliche Faktoren eine wichtige Rolle.

Wird der Körper ruhig gehalten, beruhigt sich mit ihm auch der Fluss der Gedanken, weil der Geist weniger dazu angeregt wird, sich gedanklich mit der Bewegung des Körpers zu beschäftigen.

Der Atem fließt von alleine, da er dem vegetativen Nervensystem unterliegt. Dadurch kann er entspannt als Anker für den Geist wahrgenommen werden.

Der Atem dient als Objekt, indem ich meine Aufmerksamkeit auf das Vorbeistreifen der Atemluft an den Nasenflügeln lenke oder an das Heben und Senken des Unterbauchs.

Das Prinzip von Annehmen und Loslassen, ist als innerer Faktor eine wichtige Voraussetzung, um Meditation gelingen zu lassen.
Konkret bedeutet es, dass ich annehmend eine offene, innere Haltung gegenüber allem einnehme, was in mir auftaucht: Gedanken, Gefühle, Emotionen, körperliche Empfindungen. Ich nehme sie unbeurteilt und wertfrei wahr, lasse sie wieder los und kehre immer wieder entspannt zum Atem zurück.

Meditations-Sitzhaltung

Lizenfreies Bild auf Usplash.com: Mattia Faloretti

Aufrecht: Das Rückgrat sollte gerade und entlastet sein. Es kann das Gefühl entstehen, am Kopf sanft nach oben gezogen zu werden.Die gerade Sitzhaltung des Rückens gewährt den Energien und dem Atem ungehinderten, freien Fluss.In dieser aufrechten Haltung ist der Rücken leicht angespannt und vermittelt ein Gefühl der Stärke.Die Brust ist leicht nach außen gewölbt. Das symbolisiert ein offenes und empfängliches Herz.

Gekreuzte Beine:Der Sitz mit gekreuzten Beinen gewährt eine stabile Haltung. Es ist dabei darauf zu achten, dass die Knie immer unterhalb desSacrum am Boden aufliegen. Dadurch werden Verspannungen vermieden.

Kopfhaltung: Der Kopf wird gerade gehalten. Das Kinn wird zur Kehlgrube leicht eingezogen. Der Kopf ähnelt dabei ein wenig einemHaken. Diese Kopfhaltung gewährleistet die aufrechte Haltung des Rückgrats im Bereich der Halswirbelsäule.

Hände: Je nachdem, was visualisiert wird, bilden die Hände unterschiedliche Mudras.Für die tägliche Praxis bilden die Hände etwa 4 Finger breit unterhalb des Bauchnabels eine Schalenform, wobei die rechteHand in der linken Hand liegt. Die Daumenspitzen berühren sich leicht.

Zunge: Die Zunge liegt hinter den oberen Schneidezähnen am Gaumen an. In dieser Haltung können Mund und Unterkiefer entspannt sein.

Schultern: Die Schultern werden leicht nach hinten gezogen. Diese Haltung, bei der die Brust leicht nach außen gewölbt ist, kann sich das Herz öffnen.Dadurch wird Empfänglichkeit und Offenheit symbolisiert.

Blick:Die Augen sind leicht geschlossen und der Blick ist schräg nach unten, etwa einen Meter vor mir zum Boden gerichtet.Bei geschlossenen Augen ist es wahrscheinlicher, dass ich nur mit inneren Erscheinungen konfrontiert bin und äußere, visuelle Einflüsseausgesperrt bleiben. In der Meditation ist es sinnvoll sowohl innere als auch äußere Einflüsse wahrzunehmen.

Tonglen – Geburtshilfe für Mitgefühl

Mitgefühl und Selbstmitgefühl stärken
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Tonglen ist seit etwa 1000 Jahren eine Meditationspraxis des tibetischen Shambala-Buddhismus. Übersetzt bedeutet Tonglen Geben und Nehmen, bzw. Aussenden und Annehmen. Die Praxis nutzt den Atem, um Glück zu geben und Leid zu nehmen.

Das Prinzip Tonglen sollte nicht als energetisch übersinnlicher Trick verstanden werden, der spontane Veränderungen im Außen zeitigt. Es geht bei dieser Technik alleine um die schrittweise Schulung und das Training des Geistes, was langfristig zu einer echten inneren Entwicklung und Reife führt. Bei dieser Praxis geht es um die Entwicklung von Mitgefühl, Empathie und Herzenswärme. In jedem Fall bewirkt Tonglen im eigenen Bewusstsein die Entwicklung heilsamer Geisteszustände und wirkt sich dementsprechend in der Folge auf das eigene Denken, Fühlen und Handeln aus. Durch die Visualisierung von Schmerz und Leid wird das Sich-Berühren-Lassen gestärkt und die Fixierung auf das eigene Ego wird verringert. Selbstverständlich geht es nicht darum, sich mit dem Einatmen von Schmerz und Leid selbst zu belasten. Es geht vielmehr darum, die eigene Selbstbezogenheit, Gleichgültigkeit und Abgrenzung gegenüber anderen Lebewesen (oder gegenüber sich selbst) zu verringern und sie in Mitgefühl umzuwandeln und das zukünftige Handeln in eine heilsame Form zu verändern. Das übende Bewusstsein wird daraufhin Mittel und Wege suchen und finden, um heilsame Impulse in die Tat umzusetzen. Die Übung des Tonglen nutzt also sowohl der Verbesserung des eigenen empathischen Bewusstseins, als auch anderen Lebewesen, die in der Folge mit dem Übenden in Kontakt kommen.
Eine Falle besteht darin, nur das eigene Leiden in den Fokus der Übung zu stellen und nur dieses eigene Leiden transformieren zu wollen. Der Sinn der Übung besteht aber darin, alle Wesen in den Wunsch nach Glück, Freude und Freiheit von Leiden einzubinden. Das entspricht dem Grundgedanken, dass Wesen nicht voneinander getrennt sind, und dass Glück nichts Exklusives ist. Das Einatmen des Leidens soll nicht als etwas Belastendes empfunden werden. Belastend wird es, sobald ich mich gegen das Leiden wehre und mich davor fürchte. Vielmehr sollte die Vorstellung des Leids als eine Kraft verstanden werden, die mein eigenes Ego auflöst, mich befreit, leichter, offener, mitfühlender und liebevoller macht. Ich öffne mich für alles das, was ist ohne mich dagegen zu wehren. Diese mitfühlende Offenheit und Akzeptanz bewirkt die Entstehung hellen Lichtes, das ich während der Übung an alle Wesen – einschließlich an mich selbst – sende.

Einatmen: man stellt sich vor, dass Schmerz oder sonstiges Leid in Form etwas Dunklem an das eigene Herz herangeführt wird.

Ausatmen: man stellt sich vor, dass helles Licht vom Herzen ausgeht und dorthin gelangt, wo es benötigt wird, um Schmerzen zu lindernoder sonstiges Leid aufzulösen.

Tonglen bei Pro-Nutrimentum:
Termine zur Anleitung und zum Üben von Tonglen und anderen Meditationstechniken findest Du auf meiner Webseite unter
https://pro-nutrimentum.de/Aktuelles/kurse%20und%20seminare.html


Einige Textauszüge aus dem Buch Tonglen von Pema Chödrön

„Wenn wir uns überwältigt fühlen, heißt das oft, dass unsere Aufmerksamkeit sich vom Schmerz des anderen verlagert hat hin zu unserer eigenen Furcht vor der gleichen Art von Schmerz.“

„Das ist in der Tat die Essenz der Achtsamkeitspraxis: immer wieder in die Unmittelbarkeit unserer gegenwärtigen Erfahrung zurückkehren und alles Nachdenken und Urteilen darüber loslassen.“

„Sie könnten auch an einen persönlichen Besitz denken, der Ihnen viel Freude bereitet […] und sich dann vorstellen, dass Sie diese Dinge Menschen schenken, denen Sie begegnen.Bei dieser Übung geht es tatsächlich nicht darum, etwas wegzuschenken, denn Sie arbeiten ja auf der Ebene der Imagination. Aber die Übung macht Sie aufmerksam auf Ihre Gewohnheit, an Dingen festzuhalten, sich zu verschließen und nicht mit anderen teilen zu wollen.“

Warum Meditation?

Welche Einsichten können mich zum Meditieren bringen? Was erwarte ich von Meditation?
Meditieren bedeutet, die Wirklichkeit wahrzunehmen, anstatt über sie nachzudenken oder aus ihr zu fliehen.
Mit Meditation kann ich mich so sehr in die Wirklichkeit versenken, dass ich ihr nach und nach auf den Grund gehe.
Was Meditation nicht ist: Träumerei, Imagination, positives Denken, Nachdenken.
Meditation ist das, was geschieht, wenn ich nicht in meine Gedanken verstrickt bin. In Meditation bin ich auch nicht von meinen Sinnen hypnotisiert. Ich bin hellwach und aufmerksam.
Die Aufmerksamkeit in der Meditation ist nicht auf etwas Bestimmtes gerichtet, sondern einfach vorhanden.
Meditation ist gesteigerte Bewusstheit. Ich bin dann also meines Atems bewusst, ich fühle meinen Körper, bin mir meiner Sinneseindrücke voll bewusst, fühle meine Gefühle, nehme das Vorhandensein von Gedanken wahr, ohne mich mit ihnen zu beschäftigen.
Wenn ich still sitze und meinen Atem spüre, der mir als Anker für meinen Geist dient, entdecke ich nach und nach Dimensionen der Realität, die mir im Alltagsbewusstsein verborgen bleiben. Das ist so, weil ich im Alltagsbewusstsein so sehr mit allen möglichen Gedanken und Eindrücken beschäftigt bin.
Durch Meditation gelange ich an mein Innerstes. In meinem Innersten erkenne ich mich selbst. Dort erkenne ich die Ursache meiner Gefühle und Gedanken. Für den Verstand ist in meinem tiefsten Innersten nichts vorhanden. Da gibt es nichts, was ich als Objekte beschreiben oder benennen könnte. In meinem Innersten findet nur die Erfahrung, das Erleben, statt. Dort entdecke ich mich selbst in einer Erfahrung der Liebe, der Verzückung, Begeisterung und Staunen.
Die Erfahrungen, die mir Meditation erlaubt, werden nach und nach meinen Alltag verändern.
Ohne dass ich mich weiter darum bemühen muss, werden sich Liebe, Gelassenheit und Freude in meinen Alltag integrieren. Meine Gedanken werden klarer, Ängste und Sorgen verlieren nach und nach ihre Bedeutung.