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Von der Methode zur Meditation

Innere Hindernisse auf dem Weg zur Meditation

Mit Meditation ist das so eine vertrackte Sache. Da wird von einem etwas verlangt, das genau dem Gegenteil dessen entspricht, was der moderne Alltag vorlebt und was medial gefördert wird: Ablenkung, Unterhaltung, Zerstreuung, Träumerei. Alles das fehlt in der Meditation!
Na ja, eigentlich kein Wunder, dass vielen Menschen da langweilig wird und ihr Geist nach Ablenkung und Beschäftigung schreit.

Warum sollte man sich das also antun?
Wenn man jemandem diese Frage stellt, der schon seit Jahren meditiert und weiß, wovon er spricht, wird er uns anlächeln und einfach nur „Geduld!“ antworten.
Es ist wie das Erklimmen eines Berges, Der Aufstieg ist beschwerlich. Spätestens wenn man den Gipfel erreicht hat, wird alles leicht.

Der innere Gipfel während der Meditationssitzung ist der Moment, in dem sich Meditation erstmals ereignet. Vorher ist alles nur vorbereitende Methode. Natürlich kann man sich jahrelang mit Methoden aufhalten, ohne jemals Meditation erlebt zu haben. Dann hatte man keine klare Anleitung oder diese nicht beherzigt oder man ist den inneren Hindernissen, die jeder Mensch mitbringt, auf den Leim gegangen. Weiter unten im Text komme ich noch darauf.
Wenn es einfach nicht klappen will, ergibt sich daraus, dass es empfehlenswert ist, einen Lehrer zu haben, der anleitet, aufkommende Fragen klären kann und einem im Umgang mit den inneren Hindernissen auf die Sprünge hilft.

Wenn man dann Meditation erlebt, merkt man’s in der Regel ganz genau!
Für diesen Moment gibt es ein Pali-Wort. „Piti“. Es bedeutet in etwa „Entzücken“ oder „Interesse“.
Entzücken und Langeweile schließen sich gegenseitig aus und Interesse ist das, was in diesem Moment für die Meditation geweckt wird.
Hat man Geduld und klare Anleitung, wird dieser Punkt fast garantiert erreicht werden. Dann kann die Reise nach innen tatsächlich losgehen!

Innere Hindernisse

Die oben beschriebene Langeweile für Meditations-Neulinge ist nicht der einzige Prüfstein auf dem Weg.
Buddha hatte 5 Hindernisse beschrieben, mit denen jeder (!) Mensch auf dem spirituellen Weg konfrontiert wird. Buddha hatte das vor 2500 Jahren festgestellt. Da es heute nicht anders ist, haben wir uns in unseren Grundeigenschaften nicht verändert. Das macht aber nichts. Entscheidend ist nämlich nicht, ob es diese Hindernisse gibt, sondern entscheidend sind Umgang damit und Reaktion darauf!

Buddha nannte als Hindernisse…
1. Ablehnung (nicht haben wollen, unzufrieden sein)
2. Begierde (haben wollen, festhalten)
3. Trägheit (Faulheit)
4. Unruhe und Rastlosigkeit (abgelenkt sein)
5. Zweifel (sich nicht entscheiden können, skeptisch sein)

Selbstverständlich begegnen uns diese Hindernisse auch im Alltag, wenn wir uns nicht zur Meditation gesetzt haben. Im Alltag halten wir sie oft für etwas ganz Normales. In der Meditation begegnen sie uns garantiert und sie vermiesen uns die Übung, aber es fällt uns dann vielleicht zum ersten Mal auf, dass dies etwas ist, was man ändern sollte.
Glücklicherweise gibt es Anleitung für den Umgang mit diesen Störenfrieden. Wenn ein Lehrer greifbar ist und Anleitung geben kann, steht der eigenen Entwicklung des Geistes nichts mehr im Wege.
Was dann lediglich noch fehlt, ist Durchhaltevermögen und Konsequenz, regelmäßig zu üben!
Besonders gut ist es, regelmäßig in einer Gruppe gemeinsam zu meditieren. Das erhöht die Achtsamkeit und Konzentrationsfähigkeit und erfüllt auch ein gewisses Maß an Verpflichtung.