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Grundlagen für Meditation und Achtsamkeit

Wie die Erstbesteigung des Mount Everest durch Edmund Hillary und Tenzing Norgay, war Gautama Siddharta’s Erleuchtung auf eine andere Art ein Gipfelerlebnis. In beiden Fällen stehen die Erfahrungen als Anleitung der Nachwelt zur Verfügung, so unterschiedlich die beiden Unternehmungen auch waren.

Man muss das Rad nicht neu erfinden

Viele sind den Siegern gefolgt und konnten dem Ziel näher kommen ohne schon auf den ersten Schritten am Prinzip von Versuch und Irrtum zu scheitern.
Buddha’s Empfehlungen für die Reise nach Innen, sind ein Wegweiser für eine Reise ohne Extreme. Es ist der Mittlere Weg, der klar strukturiert und von logischen Regeln unterstützt ist, die an die Achtsamkeit gegenüber unseren inneren Prozessen gebunden sind.
Klar, vor 2500 Jahren lebten Menschen unter anderen Bedingungen, die weniger komplex und von weniger äußeren Einflüssen geprägt waren. Buddha’s Lehre, das Dharma, wendet sich an das grundsätzlich Menschliche. Allzu oft wird es von unserer starken materialistisch und nach außen orientierten Denkweise überblendet. Dennoch ist dieses grundsätzlich Menschliche nicht verschwunden. Wer wirklich will und sich für die Reise nach Innen klar entscheidet, kann auf dieser Reise durch Achtsamkeit, Vertrauen, konsequente Übung und Geduld große Fortschritte machen.

Osho: „Meditation for contemporay people“

Osho – früher Bhagwan Shree Rajneesh – war ein Lehrer unserer Zeit, der sich, wie einst Gautama Siddharta, auf die Reise nach Innen machte. Natürlich hatte auch er das grundsätzlich Menschliche im Blick, aber er erkannte die besonderen Herausforderungen, mit denen die Menschen seiner Zeit in besonderem Maße konfrontiert sind.
Die Vielschichtigkeit der Ablenkungen und Verwirrungen ist groß.
Osho’s Ansatz galt vor allem dem Abtragen der dicken Staubschichten aus Dogmen, unreflektierten Tabus und Gewohnheiten, die sich im Umgang mit dieser komplexen Welt angesammelt haben. Entsprechend eindringlich mussten seine Methoden ausfallen und entsprechend radikal musste er uns vor den Kopf stoßen, damit wir aufhören, uns weiter an den vielfältigen Verblendungen unserer Zeit festzuhalten.

Methoden sind Methoden

Die Lebensbedingungen entscheiden über die Methoden. Aber sie bleiben Methoden und sie sind niemals die Läuterung selbst, um die wir uns auf dem spirituellen Pfad bemühen. Sie sind Krücken, die uns das Fortkommen ermöglichen, bis wir irgendwann ohne sie gehen können. Auch die Anwendung der Regeln, die uns Lehrer geben, wird durch Methoden wesentlich erleichtert.

Auch heute – und vielleicht gerade heute – ist es notwendig und wichtig, sich um die reinigende, innere Läuterung zu bemühen. Sowohl das eigene, individuelle Glück ist Grund genug, als auch ein konstruktives und lebensbejahendes Miteinander aller Wesen auf unserem Planeten mahnt dies an.
Die Methoden, die wir uns dafür aussuchen, können ebenso individuell sein wie wir selbst. Methoden sind eben nur Methoden. Ausschlaggebend ist das Verständnis des grundsätzlich Menschlichen, dem wir durch Anleitung, Regeln und Verständnis und mithilfe der für uns geeigneten Methoden näher kommen können.

Im Grunde ist alles ganz einfach

Manchmal sind die einfachsten Dinge so schwer zu erreichen, weil es auf dem Weg dorthin auch Hindernisse gibt. Das schreckt ab. Das ist menschlich. Aber Hindernisse blockieren uns nur so lange, wie wir nicht akzeptieren können, dass sie unabdingbarer Teil des Lebens sind. Sie sind Naturgesetz, wie auch die angenehmen Dinge.
Wenn wir unseren Geist daran gewöhnen können, unweigerlich auftauchende Hindernisse überhaupt erst einmal als diese zu erkennen und dann ihre Natürlichkeit und Selbstverständlichkeit zu akzeptieren, wird es leichter sie zu überwinden. Wie wir das machen, dabei helfen uns Achtsamkeit uns selbst gegenüber, Anleitung, Vertrauen in die Wirksamkeit der Regeln, Geduld, konsequentes Üben und letztlich die Freude am Tun.

Was Freude macht, bringt auch die Liebe ins Spiel.

Ohne Freude ist alles nur kräftezehrende Arbeit. Mit der richtigen Wahl der Methoden, laden wir auch die Freude ein. Die Regeln im Umgang mit unseren inneren Prozessen bleiben dabei immer die selben.

Wo anfangen? Und wie geht es weiter?

Alles beginnt im Geist. Nichts geschieht, ohne dass es der Geist angeordnet hat. Wenn wir lernen, mit unserem Geist zu arbeiten, ändern sich in entsprechender Weise auch unsere Perspektive, unser Denken und Handeln.
Ansatzpunkt ist zunächst einmal die Beruhigung des unsteten Geistes, der sich gern in Gedanken und geistigen Fragmenten verliert, Szenarien aus Ängsten, Hoffnungen und Illusionen produziert und uns davon abhält, in die Stille der Tiefe zu gehen, in der Klarheit und schon immer vorhandene Weisheit warten, die uns aus vielen selbst geschaffenen Verstrickungen befreien.
Um dies zu erreichen, müssen wir Achtsamkeit üben und konsequent sein, um den nächsten Schritt in die Meditation möglich zu machen. Die Versenkung in Meditation ist das Tor zur Stille, in der wir Klarheit finden können.

Unsere ersten Schritte zu mehr Achtsamkeit beginnen auf dem Meditationskissen, indem wir konsequent und geduldig die gewählte Methode üben und dabei der inneren Prozesse gewahr werden ohne sie zu zensieren oder zu beurteilen.

Wenn wir gut geübt haben, werden wir feststellen, dass sich Achtsamkeit auch im Alltag – abseits des Meditationskissens – bemerkbar macht. Solche Momente des Gewahrwerdens sind unter Umständen von Staunen begleitet, weil bewusst wird, wie automatisch Reaktionen in uns ablaufen und nach außen getragen werden.

Die zwei Pfeile des Buddha

Vom historischen Buddha existiert eine Anekdote, in der er seinen Zuhörern den Unterschied zwischen Schmerz und Leiden verbildlichen wollte.

Bild: Andrew Yardley. Lizenzfreie Bilder auf Unsplash.com

Schmerz, ob körperlich oder seelisch, sagte Buddha, ist ein Pfeil, der dich trifft. Es ist der erste Pfeil, mit dem du den Schmerz einfach wahrnimmst.

Nun kann es sein, dass dich ein zweiter Pfeil trifft, der einen zusätzlichen Schmerz verursacht. Dieser zweite Pfeil ist deine Bewertung, deine Ablehnung und dein Kampf gegen den Schmerz des ersten Pfeils. Der zweite Pfeil lässt dich anspannen und verkrampfen und verdoppelt und verlängert deine Schmerzempfindung.

Wenn es dir gelingt, dich in den Schmerz des ersten Pfeils zu entspannen und ihn ohne Bewertung und ohne Ablehnung anzunehmen, weil er ja ganz einfach da ist, dann kannst du verhindern, dass dich der zweite Pfeil trifft.

Das Gleiche geschieht mit Gedanken, Gefühlen und Emotionen

Je mehr du dich gegen die unangenehmen Phänomene deiner Lebendigkeit wehrst, desto stärker und aufdringlicher werden sie.

In der Meditation entspannst du Körper und Geist gleichermaßen und akzeptierst die Dinge, die in deinem Körper und deinem Geist aufsteigen. Es sind bewegliche, lebendige Energien. Sie kommen und gehen wie Wolken am Himmel. Du akzeptierst, dass sie kommen und du akzeptierst, dass sie vergehen.