Archiv der Kategorie: Psychologie

Liebe üben

Wenn es um Problem- und Krisenbewältigung geht, wird sehr oft von Liebe gesprochen, die als Antidot gegen Angst eine verbindende, deeskalierende und harmonisierende, innere Haltung bewirkt.
Liebe, als Kraft und innere Haltung, bringt Vertrauen, Toleranz, Gleichmut, die Bereitschaft zu Verstehen und vor allem das Zurücksetzen selbstsüchtiger Neigungen in uns zur Geltung. Liebe stellt ihre Kraft in den Dienst harmonischer Koexistenz und verpflichtet sich ausschließlich zur Wahrheit, die erst nach dem Auflösen angstbesetzter Denkmuster nach und nach erkennbar werden kann.

So viele Menschen reden und schreiben über die Liebe und viele üben sich darin, die Liebe durch ihr Denken und Handeln tagtäglich in ihr Leben zu integrieren.
Ich beobachte das sehr oft im Umfeld meiner Freunde und Bekannten und es wird spürbar in vielen Beiträgen, die im Internet zu finden sind.

Gleichzeitig kann man beobachten, dass andere Kräfte – bewusst oder unbewusst – durch Rede und Handlung immer intensiver Angst und Panik streuen. Angst macht eng, sie trennt und misstraut und fördert selbstsüchtige Neigungen. Angst erzeugt belastende Emotionen, die unreflektiert zur Eskalation zwischen Menschen beitragen.

Wofür werde ich mich willentlich entscheiden? Das sollte die grundsätzliche Kernfrage sein, die ich mir jeden Tag öfter stellen sollte! Entscheide ich mich für die Liebe oder bleibe ich bei der Angst?
„Was würde die Liebe tun?“, kann ein Mantra sein, das mich durch den Tag begleitet.

Innere Demokratie

Priscilla du Preez, lizenzfreie Bilder auf Usplash.com

Was andere denken, sagen oder tun, kann ich nicht beeinflussen und das ist auch gut so. Ansonsten könnte ich schlimmstenfalls den Diktator in mir wecken.
Ich kann aber meine eigenen Gedanken, meine Rede und mein Handeln prüfen. Das kann schon mal wehtun, weil mir etwa die Hälfte von dem, was mich ausmacht, nicht gefällt und genau diese blöde Hälfte erkenne ich dann auch noch zielsicher in anderen. Wer hätte das gedacht?
Kein Wunder, wenn es Konflikte hagelt.
Es fällt mir oft schwer, meine unangenehmen Anteile zu akzeptieren. Wenn es mir gelingt,
fühlt es sich erleichtert an und die Türe zu meinen guten Anteilen öffnet sich von selbst und ich kann diese Anteile in mir stärken und nach außen bringen.

Ich nenne es „innere Demokratie“, mit sich selbst in konstruktiven Austausch zu kommen, Ablehnung zu vermeiden und sich als Ganzes fühlen zu lernen. In einer harmonischen, inneren Ganzheit finde ich andere Menschen und kann mich mit ihnen verbinden.

Was ist der Unterschied zwischen Transformation und Veränderung?

Rein sprachlich und allgemein betrachtet, wird der Begriff Transformation oft mit Veränderung übersetzt. So gesehen, gibt es scheinbar keinen Unterschied.
In diesem Beitrag beziehe ich mich mit diesen beiden Begriffen allerdings  auf die Ziele, Wünsche, Probleme und Lösungen im Kontext unseres Menschseins.

Auf der Suche nach Glück und Erfolg strebt man Veränderungen an oder man mahnt Veränderung an, um die Welt friedlicher und gerechter werden zu lassen.

Veränderung im Sinne dieses Beitrags, ist ein aktiver Prozess, der willentlich per Entscheidung in Gang gesetzt wird. Er kann durchaus aggressiv sein, indem ich mich zu etwas zwinge und damit gegen mich selbst und meine Gewohnheiten ankämpfe und eben das eventuell auch von anderen Menschen verlange.

Transformation geschieht durch einen gänzlich anderen Ansatz. Sie geschieht, wenn ich das, was ich will und das, was ich nicht will zunächst einmal urteils-, wertfrei und akzeptierend betrachte. Man kann dafür die Begrifflichkeit der gleichmütigen Betrachtung im Sinne von Gelassenheit verwenden, die in der Meditationspraxis üblich ist. Diese Praxis ist der Ansatz, durch den ich meinen grundlegensten menschlichen Eigenschaften Raum zur Entfaltung gebe. Es entspricht einer Rückbesinnung auf das, was ich im tiefsten Wesen meines Menschseins von Anbeginn an bin.
Insofern führt Transformation nicht zu etwas Neuem, sondern sie entspricht einer Klärung, Reinigung und Besinnung.

Weihnachten

Jeder weiß, dass Weihnachten ein ursprünglich heidnisches Fest ist, das von germanischen Völkern gefeiert wurde.

Den Grund zum Feiern bot der 21. Dezember jeden Jahres – die Wintersonnenwende. Dies ist der Tag, an dem die Tage wieder länger und die Nächte wieder kürzer werden. Für die Germanen war es schlicht die Auferstehung des Lichts. Demnach stand die Sonne als Licht- und Lebensspender im Zentrum der Feierlichkeiten.

Anders als heute, war der Winter in dieser frühen Zeit der Menschheit eine Ruhezeit, die gut vorbereitet werden musste. Mit dem, was in der Wachstumsperiode des Sommers geerntet wurde, musste man die kalte und dunkle Zeit des Winters überstehen, denn auch die Natur legte sich zur Ruhe.
Es sollte nicht wundern, dass auch damals die Stimmung litt, denn das fehlende Licht führte – wie heute auch – zu depressiver Stimmung.

Mit einem einfachen Trick, der auch heute noch ab und an funktioniert, konnte man die schlechte Stimmung aufheitern.
Wie wir wissen, sorgen unerwartete Geschenke und Zuwendungen anderer Art für Überraschung bei denjenigen, die sie erhalten. Der Trick mit der Aufheiterung spielt sich im limbischen System unserer Gehirne ab und war die Geburtsstunde der Weihnachtsgeschenke.

Was dann noch fehlt, sind Gebäck und Plätzchen, die es auch damals schon gab. Sie entstanden aus Resten von Getreidemehl, das mit Resten allerlei hochkalorischer Zutaten vermischt und gebacken wurde. So konnte man sich während der Feierlichkeiten wenigstens noch mit diesen Übrigbleibseln etwas stärken. Möglicherweise taugten sie dann auch als Geschenke für die Nachbarn, denen man damit die trübe Stimmung verbessern konnte.

Mitgefühl, Mitleid und Empathie

Im üblichen Sprachgebrauch werden Mitgefühl und Mitleid oftmals als gleichbedeutend verwendet. Dies ist aber nicht korrekt.
Empathie wird oft als innere Haltung irgendwo zwischen Mitgefühl und Mitleid angesiedelt.

In der buddhistischen Psychologie werden die Begriffe und ihre Bedeutung sehr genau getrennt.

Mitgefühl hat zwei Aspekte. Der eine Aspekt entspricht einer bedingungslosen, inneren Haltung, die von der Fähigkeit gekennzeichnet ist, sich in andere Wesen einzufühlen, also deren Situation und Befinden zu erfühlen und zu verstehen und sich mit anderen Wesen verbunden zu fühlen. Es entspricht einer akzeptierenden und gleichmütigen Haltung.
Der andere Aspekt ist die Motivation helfen zu wollen und dies auch zu tun. Ein besonderes Augenmerk wird darauf gelegt, die Ursachen zu erkennen und zu behandeln.

Mitleid ist eine Emotion des Bedauerns über eigenes Leid und über das Leid anderer. Es erzeugt ein Gefühl der Überlegenheit und Getrenntheit und ist nicht selten Auslöser von Arroganz. Hilfreich ist es in keinem Fall, da es darüber hinaus hilfreiche Impulse blockiert und Leid unter Umständen sogar verstärkt. Begleiter von Mitleid können Wut und Zorn auf die Leid verursachenden Umstände sein.

Empathie ist weder eindeutig Mitgefühl, noch ist es eindeutig Mitleid. Empathie liegt dazwischen, da zwar Einfühlungsvermögen vorhanden ist, dem aber nicht zwangsläufig eine Handlung folgt. Empathie kann durchaus Züge des Mitleids annehmen.


Quellen dieser Betrachtung sind eineseits Erklärungen aus der buddhistischen Psychologie und andererseits von mir zusammengefasste Inhalte, die zum Thema „Mitgefühl in Alltag und Forschung“ von der Max-Planck-Gesellschaft veröffentlicht wurden (https://de.scribd.com/doc/243668976/mitgefuehl-in-alltag-und-forschung-pdf)