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Meditation im Alltag

Viele Menschen glauben, dass Meditation auf die Zeiten beschränkt ist, die sie auf dem Meditationskissen verbringen. Wenn sie dann aufstehen und den Raum verlassen, ist die Meditation vorbei und der Alltag kehrt zurück.

Bereits die ersten, kleinen Schritte in Achtsamkeit, die noch weit entfernt von Meditation sind, entsprechen großen Schritten in das Abenteuer der eigenen, bislang verborgenen Erfahrungswelt.

Meditation ist einfach. Aber es ist nicht leicht sie zu erleben. Zu sehr ist der Geist daran gewöhnt, sich in oberflächlichen Sphären zu bewegen. Er denkt von morgens bis abends und er träumt von abends bis morgens, ohne jemals die verborgenen Tiefen zu berühren, in denen wertvolle Einsichten erlebbar werden können.

Die Zeiten auf dem Meditationskissen sind Übungszeiten. Es ist Vorbereitung und Einstimmung auf die Zeiten, die wir im Alltag erleben. Ebenso sind diese Übungszeiten auch Ruhe- und Reinigungszeiten für unseren stets bewegten und von Reizen überfluteten Geist, in dem wir nämlich innere Freiräume und Klarheit schaffen.

Natürlich bewirken Meditationsmethoden eine körperliche und geistige Entspannung. Das ist ein Nebeneffekt, der viele Menschen überhaupt erst zur Meditation bringt.
Das genau ist die Antwort auf meine oft gestellte Frage, warum Menschen Meditation erlernen wollen: Entspannung, Entschleunigung.
Ist das alles, was wir erwarten können? Natürlich nicht!

Wenn uns wirklich klar ist, dass Meditation einen Transformationsprozess in Gang setzt, der unser ganzes Sein erfasst und unseren Alltag verändern wird, einschließlich des Umgangs mit uns selbst und anderen Menschen, und wenn wir irgendwann erstaunt feststellen, dass wir uns weniger verzetteln, sorgen, ängstigen oder aufregen, sondern über unsere alltäglichen Gewohnheiten zu schmunzeln beginnen, dann beginnen wir Meditation endlich ernst zu nehmen. Ihre Früchte tauchen dann dort auf, wo sie am wertvollsten sind: im Alltag!
Wenn das so geschieht, dann sollten wir unbedingt dabei bleiben und diese Achtsamkeit, die wir auf dem Meditationskissen dem Atem gewidmet haben, auf möglichst viele alltägliche Tätigkeiten und Ereignisse lenken! Unser Geist wird sich erinnern, was er während der Übungszeiten gelernt hatte und er wird sich gerne beteiligen, wenn wir ihn ermutigen und geduldig und beharrlich sind.

Die Fähigkeit, Meditation im Alltag zu verankern, ist wie die Erziehung eines Kindes. Man braucht Geduld, Liebe, Beharrlichkeit und Vertrauen.

Kundalini-Meditation

Was ist Kundalini?

Der Begriff Kundalini stammt aus der Mystik Indiens und bedeutet in etwa Schlangenkraft.
Traditionell stellt man sich die Kundalini als zusammengerollte Schlange vor, die im Bereich des Steißbeins „schläft“. Die Kundalini entspricht grundsätzlich unserer reinen, kreativen Lebensenergie. Man kann sie als energetisches Phänomen bezeichnen, das eng mit unseren körperlichen Energiezentren (Chakren) verknüpft ist.

Die 7 Chakren

  1. Wurzelchakra (Überleben, Instinkt)
  2. Sakralchakra (Sexualität. Gefühle)
  3. Solarplexuschakra (Macht, Wille)
  4. Herzchakra (Liebe, Mitgefühl, Beziehung)
  5. Halschakra (Ausdruck, Kommunikation)
  6. Stirnchakra (Wahrnehmung)
  7. Kronenchakra (Weisheit)

Normalerweise ist die Kundalini in den unteren beiden Chakren aktiv, nämlich dort, wo sich das Wurzel- und das Sakralchakra befindet. Im aktivierten Wurzelchakra besitzt unsere Lebensenergie eine Eigenschaft, die unser physisches Überleben sichert. Im Sakralchakra, das auch als Sexualchakra bezeichnet wird, hat unsere Lebensenergie eine Eigenschaft, die eng mit unserer Sexualität und Fortpflanzung verbunden ist.
Die fünf oberen Chakren (Solarplexus-, Herz-, Hals-, Stirn- und Kronenchakra) sind normalerweise nicht oder kaum aktiviert.

Warum die Kundalini wecken?

Alle Heilslehren und Religionen streben danach, diese schlafende Energie zu wecken und sie aus dem Bereich des sexuellen Zentrums nach oben aufsteigen zu lassen, um die oberen höher schwingenden Chakren zu aktivieren, wodurch unsere ungelebten, wahren und wertvollen menschlichen Potentiale geweckt werden: Liebe, Mitgefühl, Verbundenheit, innere Weisheit.
Im Grunde das Ziel jeglicher innerer Entwicklung.
Sind vor allem unsere beiden untersten Chakren aktiv, sind wir sehr stark mit der Sicherung unserer Existenz beschäftigt und Sexualität nimmt viel Raum in uns ein.
Steigt unsere Kundalini weiter, verstärkt sich unsere Willenskraft, im weiteren Verlauf bekommen wir Zugang zu unserer Liebesfähigkeit, zu Mitgefühl und Vertrauen. Durch die Aktivierung der obersten Chakren wird zusätzlich unsere Wahrnehmung feiner und differenzierter, wir können intuitiv denken und erhalten ungeahnte Einsichten in komplexe Zusammenhänge.

Wege und Techniken

Um das Aufsteigen der Kundalini zu bewirken, haben Menschen im Laufe der Geschichte verschiedene Rituale und Techniken erfunden: Meditationstechniken, Trance Tanz, Yogapraktiken.

Sehr wirkunsvoll ist die Kombination aus Meditation und Bewegung.
In unserer Zeit hatte der spirituelle Meister Osho Meditation und Bewegung in verschiedenen Techniken kombiniert. Eine davon ist die Kundalini-Meditation. Sie besteht aus vier aufeinander folgenden Phasen von jeweils 15 Minuten, wobei die ersten beiden Phasen aktiv und bewegt sind und die beiden letzten Phasen in Stille erfolgen.
Durch diesen Aufbau schlägt die Kundalini-Meditation im Verlauf der Phasen eine Brücke von achtsamer körperlicher Aktivität hin zu achtsamer Stille.

Beweg dich!

Mutter Natur hat Jahrtausende investiert, um den Organismus Mensch zu entwickeln. Innerhalb dieser gigantischen Zeitspanne gab es immer wieder Verbesserungen auf kognitiver und physiologischer Ebene. Einschneidende Verbesserungen waren z.B. die Fähigkeit Werkzeuge benutzen zu können und der aufrechte Gang.
Für nahezu die komplette Zeit seiner Existenz war Mensch alleine darauf angewiesen, seine körperlichen und kognitiven Fähigkeiten zur Überlebenssicherung zu nutzen.
So verhalf ihm der aufrechte Gang zur Erweiterung seines Horizonts bei der Jagd und die Werkzeug-Herstellung zur Entwicklung von Waffen, um Tiere erlegen zu können.
Meist musste er weite Strecken zurücklegen, um ein Tierherde zu verfolgen oder Plätze zu finden, an denen geeignete pflanzliche Nahrung vorhanden war. So ist es nur logisch, dass Mutter Natur den Menschen zu einer Art Langstrecken-Tier entwickelte. Dass diese Fähigkeit sehr ausgeprägt ist, beweisen die Läufer-Boten aus den verschiedenen Kulturen. Kaum ein Tier hat eine solch ausgeprägte Fähigkeit, auf eigenen Beinen derart lange Strecken zurücklegen zu können. Mutter Natur hatte das Problem der notwendigen Mobilität einfach zu einer perfekten Fähigkeit umgewandelt. Dahinter verbirgt sich übrigens kein Zufall, denn auch was pflanzliche Nahrung betrifft, so wurden die für den Menschen ursprünglich giftigen sekundären Pflanzenstoffe für ihre Verwertung im Stoffwechsel zu lebenswichtigen Substanzen.

Was Bewegung betrifft, hat sich bis zur heutigen Zeit sehr viel verändert. Mensch benutzt seine Beine und sein leistungsfähiges Herz-Kreislauf- und Atmungssystem kaum noch wie in früheren Zeiten, sondern lässt Maschinen die Arbeit verrichten.
Da ein leistungsfähiges Herz, ein stabiler Kreislauf und eine effektive Atmung wichtige Voraussetzungen zur Überlebenssicherung waren, hatte Mutter Natur auch hier aus einem Problem eine Tugend entwickelt. Das Nutzen dieser Fähigkeiten ist dabei sogar zu einer Voraussetzung für Gesundheit geworden, ebenso wie der Verzehr sekundärer Pflanzenstoffe nicht mehr giftig ist, sondern gar eine Vorausetzung für Gesundheit darstellt.

Vielleicht ist es ja so, dass Mensch in ein paar Tausend Jahren zur Gesunderhaltung faul sein muss. Möglicherweise sind auch dann die heutigen Gifte notwendige Bestandteile eines gesunden Stoffwechsels. Ganz sicher aber macht es Sinn, seinen Körper nach dem derzeitigen Entwicklungsstand zu nutzen. Also – beweg dich!