Mit dem Natürlichen verbinden

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Wenn ich meinen Garten betrete und das Tor hinter mir schließe, gleite ich in eine andere Identität. Dann bin ich in meiner Familie aus scheinbar chaotisch koexistierenden wilden Kräutern, Blumen, Sträuchern und Bäumen. Da sind Vögel und Insekten, Spinnen und am Abend manchmal flink vorbei huschende Fledermäuse zu Besuch.

Ich spüre eine gleichmütige, lebendige und natürliche Gesetzmäßigkeit, in der meine Pflanzen- und Tierfreunde zuhause sind. Gleichzeitig spüre ich diese Gesetzmäßigkeit in mir selbst. Sie ist in einem inneren Raum in mir, zu dem ich während der vergangenen Jahrzehnte kaum Zugang hatte.

Als Kind konnte ich mich noch nicht dagegen zur Wehr setzen, dass mir eine von Menschen gemachte Welt aus Ideen, Vorstellungen und Zielen aufgebunden wurde. Heute ist es für mich das Bild eines zarten Sämlings, der beschnitten, versetzt und zurecht gebogen wird und dem seine ursprüngliche Bestimmung ausgetrieben wird.

Heute kann ich die einst verlorenen Triebe des Sämlings wieder erkennen und das Leben in ihnen wahrnehmen. Eine Instanz in mir sagt, dass ich mich daran halten muss, weil dort das wirkliche Wachstum und der eigentliche Sinn von Leben zu erfahren ist.

In meinem Garten erkenne ich Gesetze, die mich mit dem Geist meiner Urahnen verbinden, die ich in diesem Leben nie persönlich kennen lernen konnte. Aber sie sind überall um mich, sogar im Wind, in den Strahlen der Sonne, im Regen. Ich sehe ihre Freude in der Pracht von Blüten, ich sehe ihren Stolz in den kräftigen Armen der Baumäste und ich sehe ihre Zartheit in der filigranen Struktur der Blätter und Gräser. Ich sehe ihre Weisheit im vollkommenen Zusammenspiel der Kräfte.

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