Warum viele Menschen die Stille fürchten

Eigentlich ist Stille ja etwas Wunderbares. Unter gewissen Umständen empfinden viele Menschen das aber als geradezu bedrohlich. Aus einem Text des Psychologen Carl Gustav Jung möchte ich dazu folgenden Auszug wiedergeben:

„…Die meisten Menschen fürchten die Stille, darum muss immer, wenn das beständige Geräusch, z.B. einer Unterhaltung, aufhört, etwas getan, gesagt, gepfiffen, gesungen, gehustet oder gemurmelt werden. Das Bedürfnis nach Geräusch ist beinahe unersättlich, wenn schon bisweilen der Lärm unerträglich wird. Es ist aber doch immerhin besser als gar nichts. In der bezeichnenderweise sogenannten „Totenstille“ wird es unheimlich. Warum? Gehen etwa Gespenster um? Dies wohl kaum. Das, was in Wirklichkeit gefürchtet wird, ist das, was vom eigenen Innern kommen könnte, nämlich all das, was man sich durch Lärm vom Halse gehalten hat.

C.G. Jung gibt damit indirekt einen Hinweis darauf, warum vielen Menschen der Zugang zur Meditation so schwer fällt. Stille ist unangenehm. Was diese Menschen oft nicht wissen, ist, dass eine richtig angeleitete Meditationspraxis effektive Hilfestellungen gibt, um mit unangenehmen Geistesformationen konstruktiv umzugehen.

Quelle des Zitats: „Bausteine: Reflexionen zur Psychologie von C.G. Jung“ (Herausgegeben von Andreas Schweizer & Regine Schweizer-Vüllers im Verlag Daimon)

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