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Hilfreiche Ballaststoffe

Als der Begriff Ballaststoff entstand, galten bestimmte in Lebensmitteln enthaltene Substanzen als unnötiger Ballast. Erst viel später kam man der tatsächlichen Bedeutung dieser Substanzen auf die Spur.

Dabei fand man heraus, dass die Aufnahme von Ballaststoffen in der richtigen Dosierung (ca. 20-40 Gramm/Tag) in vielfacher Weise gesundheitsfördernde Wirkungen hat.


Beispiele für Lebensmittel mit hohem Ballaststoff-Anteil:
– getrocknete Pilze (40-50 g pro 100 g)
– Weizenkleie (45 g pro 100 g)
– Trockenfrüchte (15-20 g pro 100 g)
– Schwarzwurzel (18 g pro 100 g)
– Hülsenfrüchte (12-18 g pro 100 g)
– Amaranth (10 g pro 100 g)
– Haferflocken, Vollkorn ( 10 g pro 100 g)


Zu unterscheiden sind 2 Arten der Ballaststoffe: Wasserlösliche und Wasserunlösliche.
Beide haben sie ihre spezifischen Auswirkungen auf Stoffwechsel und Verdauung.
Das Wesensmerkmal der wasserlöslichen Ballaststoffe ist ihre Wasser bindende und quellende Eigenschaft. Dabei werden außer Wasser auch Giftstoffe gebunden und zur Ausleitung gebracht. Das Quellvermögen  bedingt eine erhöhte Reinigungswirkung für den Darm und verbessert die Konsistenz des Stuhls. Die Verdauung verläuft im wahrsten Sinne reibungsloser. Im unteren Darmabschnitt – im Dickdarm – dienen beide Ballaststoffarten den dort lebenden Bakterien als Nahrung.
Wasserunlösliche Ballaststoffe nehmen kein Wasser auf. Sie vergrößern lediglich das Stuhlvolumen und reinigen ebenfalls den Darm und regen die Peristaltik (Darmbewegungen) an.

Auf der Seite des Stoffwechsels haben Ballaststoffe ebenfalls sehr wichtige Funktionen.
So regulieren sie z.B. den Cholesterinspiegel. Dieser Prozess verläuft folgendermaßen:
Ballaststoffe binden im Darm Gallensäuren und leiten sie aus. Ohne Ballaststoffe werden Gallensäuren resorbiert und wieder in Umlauf gebracht. Fehlen nun Gallensäuren, müssen in der Leber neue gebildet werden. Dafür benötigt die Leber Cholesterin und der Anteil dessen im Blut sinkt.

Ballaststoffe regulieren auch den Blutzuckerspiegel, da durch sie die Aufnahme von Glucose ins Blut langsamer und regelmäßiger verläuft. Insbesondere für Diabetiker ist das sehr wichtig.

Für übergewichtige Menschen haben Ballaststoffe auch Eigenschaften, die das Abnehmen fördern. Sie blockieren die Enzyme (Lipasen), welche Fette aufspalten und verfügbar machen. Dieser Anteil der Fette kann dann nicht mehr eingelagert werden. Außerdem bewirken sie ein länger anhaltendes Sättigungsgefühl und verhindern, dass zu viel gegessen wird.

Ganzheitlich betrachtet bewirken Ballststoffe ganz erstaunliche Effekte. In dem Maße, wie sie die Gesundheit fördern, verbessern sie das Lebensgefühl und damit die Laune. Da im Darm, also dem Wirkungsort der Ballaststoffe, ein dichtes Geflecht von Nervenzellen vorhanden ist, welches mit dem Gehirn in Kontakt steht, spricht man vom sogenannten Bauchhirn. Informationen werden von unten nach oben und umgekehrt gesendet. Ein gesunder Darm wirkt sich positiv auf die hormonellen Aktivitäten im Kopfhirn aus, was sich wiederum im gesamten Organismus positiv auswirkt.