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Warum Zeit für Meditation verwenden?

„Ich habe keine Zeit!“

Mangel an Zeit ist definitiv ein sehr häufiges Ausschlusskriterium, wenn sich uns neue Projekte und Angebote offenbaren, die zwar attraktiv präsentiert werden, die aber noch nicht klar empfinden lassen, welche eindeutig nachvollziehbaren Vorteile damit für mich persönlich verbunden sind.

Die Argumente speziell für den Einstieg in die Meditation mögen gut klingen: innere Ruhe, Ausgeglichenheit, das Erkennen und Auflösen von Ablehnungs- und Ablenkungsverhalten, von Anhaftung, Trägheit, oder das Erkennen innerer Entscheidungsinstanzen, die vom ewigen Zweifel zu befreien beginnen oder ganz allgemein eine stabilere psychische und physische Gesundheit in Aussicht stellen.

Toll! Und wie fühle ich mich dann? Macht mir dann mein Beruf mehr Spaß? Oder löse ich damit meine Beziehungskonflikte? Bin ich dann ein anderer Mensch und sehe die Welt durch die rosarote Brille?

Einfach machen!

Solche Fragen, die Zweifel andeuten, erinnern mich an meinen Meditationslehrer, der mal gefragt wurde, wie man die Ablehnung gegenüber anstehenden Aufgaben überwindet?
„Man macht es einfach!“, war die Antwort. Im Ernst? So einfach??
Ja, er sagte das ganz ernst, ohne einen Zweifel daran erkennen zu lassen.
Wenn das jemand sagt, der durch die Praxis der Meditation einen sicheren Umgang mit sich selbst erreicht hat, dann ist das zunächst schon mal bemerkenswert.

Spirituelle Praxis, wie Yoga oder Meditation sind im Trend, ebenso wie der Trend zu fair gehandelten Lebensmitteln und gesunder Ernährung.
Ein Trend zieht diejenigen an, die dafür ansprechbar sind und auch andere folgen.

Meditation ist kein Unterhaltungsprogramm

Was Interessenten von Meditationskursen oft nicht bedenken, ist, dass Meditationspraxis nicht dem Einwerfen einer Pille entspricht. Bei weitem nicht.
Meditation ist Arbeit! Es kann enorm herausfordernd und bisweilen frustrierend sein. Es verlangt einen verdammt langen Atem, Durchhaltevermögen, Leidenschaft und Liebe! Und wer glaubt, er bucht mit einem Meditationskurs ein Unterhaltungsprogramm, der ist definitiv schief gewickelt.

Meditation ist einfach, aber nicht leicht

Ich denke, der erste Zahn, der einem Anwärter auf die meditative Praxis gezogen werden muss, ist, dass alles ganz leicht sein würde.
Meditation selbst ist ja im Grunde eine ganz einfache Sache. Sie ist in uns als Fähigkeit von Geburt angelegt. Es stellt sich dabei nämlich gar nicht die Frage, was ich tun muss, damit ich weiter komme. Es ist vielmehr die Aufforderung, Dinge sein zu lassen, die mich am Weiterkommen hindern. Genau diese Dinge, die aus Gewohnheiten und Bequemlichkeiten bestehen, tauchen ganz schnell auf und rauben die Motivation.
Allzu gerne hält man an Gewohnheiten fest, weil sie nun mal automatisch ablaufen und Kraft sparen. Das ist ja der Sinn der Gewohnheit. Gewohnheiten aufzulösen, fordert Kraft und Zeit.
Klar ist, dass es nicht darum gehen kann, alle Gewohnheiten aufzulösen. Die guten Gewohnheiten dürfen gerne bleiben und auch vertieft werden.

Achtsamkeit ist eine gute Gewohnheit

Achtsamkeit wird durch Üben und Immer-wieder-daran-Erinnern zur Gewohnheit. Natürlich gilt das nicht nur für die Zeit, in der ich eine Meditations-Methode übe, sondern es gilt vor allem für möglichst alle Situationen des alltäglichen Lebens.
Es geschieht, indem ich mir bewusst bin, was ich gerade denke, fühle und tue. Es ist ein klares Vergegenwärtigen, Erspüren und urteilsfreies Betrachten, bei dem ich immer tiefer in meine innere Welt eintauche. Es vertieft das Verständnis für mich selbst. Es ist der Beginn einer Freundschaft, die man mit sich selbst eingeht.

Die geistige Reinigung geschieht weitgehend automatisch

Interessant ist, dass sich die Läuterung – also die Reinigung des Geistes – weitgehend automatisch vollzieht!
Auch wenn ich alle meine Aktivitäten achtsam und urteilsfrei betrachte, erkenne ich in manchen Aktivitäten eine sinnvolle und gute Aktivität und in anderen eben nicht.
Unser Geist ist grundsätzlich in der Lage, Sinnloses von Sinnvollem zu unterscheiden.
Die sinnvollen und sinnlosen werden mir eine Zeitlang immer wieder begegnen, weil sie nun mal ein Teil meiner Programmierung sind.
Je länger ich achtsam bin und auf mich selbst aufpasse, werde ich von den sinnlosen Gewohnheiten ablassen, weil sie mir als Hindernisse und Ballast erscheinen.

Meditation entfernt die „Zeiträuber“

Meditation lässt mich erkennen, was mir gut tut und was nicht. Es lässt mich erkennen, welche Gewohnheiten mich in gute und schlechte Situationen bringen. Dadurch entstehen Freude und Motivation und es wächst die Liebe für die Meditation und für mich selbst. Ich komme mir selbst näher. Ich werde mir selbst zum Freund, mit dem ich gerne Zeit verbringe, anstatt mir selbst hinderlich zu sein und Vieles in mir abzulehnen.

Grundlagen für Meditation und Achtsamkeit

Wie die Erstbesteigung des Mount Everest durch Edmund Hillary und Tenzing Norgay, war Gautama Siddharta’s Erleuchtung auf eine andere Art ein Gipfelerlebnis. In beiden Fällen stehen die Erfahrungen als Anleitung der Nachwelt zur Verfügung, so unterschiedlich die beiden Unternehmungen auch waren.

Man muss das Rad nicht neu erfinden

Viele sind den Siegern gefolgt und konnten dem Ziel näher kommen ohne schon auf den ersten Schritten am Prinzip von Versuch und Irrtum zu scheitern.
Buddha’s Empfehlungen für die Reise nach Innen, sind ein Wegweiser für eine Reise ohne Extreme. Es ist der Mittlere Weg, der klar strukturiert und von logischen Regeln unterstützt ist, die an die Achtsamkeit gegenüber unseren inneren Prozessen gebunden sind.
Klar, vor 2500 Jahren lebten Menschen unter anderen Bedingungen, die weniger komplex und von weniger äußeren Einflüssen geprägt waren. Buddha’s Lehre, das Dharma, wendet sich an das grundsätzlich Menschliche. Allzu oft wird es von unserer starken materialistisch und nach außen orientierten Denkweise überblendet. Dennoch ist dieses grundsätzlich Menschliche nicht verschwunden. Wer wirklich will und sich für die Reise nach Innen klar entscheidet, kann auf dieser Reise durch Achtsamkeit, Vertrauen, konsequente Übung und Geduld große Fortschritte machen.

Osho: „Meditation for contemporay people“

Osho – früher Bhagwan Shree Rajneesh – war ein Lehrer unserer Zeit, der sich, wie einst Gautama Siddharta, auf die Reise nach Innen machte. Natürlich hatte auch er das grundsätzlich Menschliche im Blick, aber er erkannte die besonderen Herausforderungen, mit denen die Menschen seiner Zeit in besonderem Maße konfrontiert sind.
Die Vielschichtigkeit der Ablenkungen und Verwirrungen ist groß.
Osho’s Ansatz galt vor allem dem Abtragen der dicken Staubschichten aus Dogmen, unreflektierten Tabus und Gewohnheiten, die sich im Umgang mit dieser komplexen Welt angesammelt haben. Entsprechend eindringlich mussten seine Methoden ausfallen und entsprechend radikal musste er uns vor den Kopf stoßen, damit wir aufhören, uns weiter an den vielfältigen Verblendungen unserer Zeit festzuhalten.

Methoden sind Methoden

Die Lebensbedingungen entscheiden über die Methoden. Aber sie bleiben Methoden und sie sind niemals die Läuterung selbst, um die wir uns auf dem spirituellen Pfad bemühen. Sie sind Krücken, die uns das Fortkommen ermöglichen, bis wir irgendwann ohne sie gehen können. Auch die Anwendung der Regeln, die uns Lehrer geben, wird durch Methoden wesentlich erleichtert.

Auch heute – und vielleicht gerade heute – ist es notwendig und wichtig, sich um die reinigende, innere Läuterung zu bemühen. Sowohl das eigene, individuelle Glück ist Grund genug, als auch ein konstruktives und lebensbejahendes Miteinander aller Wesen auf unserem Planeten mahnt dies an.
Die Methoden, die wir uns dafür aussuchen, können ebenso individuell sein wie wir selbst. Methoden sind eben nur Methoden. Ausschlaggebend ist das Verständnis des grundsätzlich Menschlichen, dem wir durch Anleitung, Regeln und Verständnis und mithilfe der für uns geeigneten Methoden näher kommen können.

Im Grunde ist alles ganz einfach

Manchmal sind die einfachsten Dinge so schwer zu erreichen, weil es auf dem Weg dorthin auch Hindernisse gibt. Das schreckt ab. Das ist menschlich. Aber Hindernisse blockieren uns nur so lange, wie wir nicht akzeptieren können, dass sie unabdingbarer Teil des Lebens sind. Sie sind Naturgesetz, wie auch die angenehmen Dinge.
Wenn wir unseren Geist daran gewöhnen können, unweigerlich auftauchende Hindernisse überhaupt erst einmal als diese zu erkennen und dann ihre Natürlichkeit und Selbstverständlichkeit zu akzeptieren, wird es leichter sie zu überwinden. Wie wir das machen, dabei helfen uns Achtsamkeit uns selbst gegenüber, Anleitung, Vertrauen in die Wirksamkeit der Regeln, Geduld, konsequentes Üben und letztlich die Freude am Tun.

Was Freude macht, bringt auch die Liebe ins Spiel.

Ohne Freude ist alles nur kräftezehrende Arbeit. Mit der richtigen Wahl der Methoden, laden wir auch die Freude ein. Die Regeln im Umgang mit unseren inneren Prozessen bleiben dabei immer die selben.

Wo anfangen? Und wie geht es weiter?

Alles beginnt im Geist. Nichts geschieht, ohne dass es der Geist angeordnet hat. Wenn wir lernen, mit unserem Geist zu arbeiten, ändern sich in entsprechender Weise auch unsere Perspektive, unser Denken und Handeln.
Ansatzpunkt ist zunächst einmal die Beruhigung des unsteten Geistes, der sich gern in Gedanken und geistigen Fragmenten verliert, Szenarien aus Ängsten, Hoffnungen und Illusionen produziert und uns davon abhält, in die Stille der Tiefe zu gehen, in der Klarheit und schon immer vorhandene Weisheit warten, die uns aus vielen selbst geschaffenen Verstrickungen befreien.
Um dies zu erreichen, müssen wir Achtsamkeit üben und konsequent sein, um den nächsten Schritt in die Meditation möglich zu machen. Die Versenkung in Meditation ist das Tor zur Stille, in der wir Klarheit finden können.

Unsere ersten Schritte zu mehr Achtsamkeit beginnen auf dem Meditationskissen, indem wir konsequent und geduldig die gewählte Methode üben und dabei der inneren Prozesse gewahr werden ohne sie zu zensieren oder zu beurteilen.

Wenn wir gut geübt haben, werden wir feststellen, dass sich Achtsamkeit auch im Alltag – abseits des Meditationskissens – bemerkbar macht. Solche Momente des Gewahrwerdens sind unter Umständen von Staunen begleitet, weil bewusst wird, wie automatisch Reaktionen in uns ablaufen und nach außen getragen werden.

Warum ist achtsames Essen erstrebenswert?

Durch achtsames Essen integriere ich Achtsamkeit in eine der grundlegenden Aktivitäten meiner Existenz.
Achtsames Essen wird meinen Körper und meinen Geist nähren. Ich kann dadurch ein gesundes Gewicht erreichen und mögliche ernährungsbedingte Krankheiten unwahrscheinlicher machen.
Achtsamkeit hilft mir, meine Beziehung zwischen meinen Speisen, meiner Gesundheit und der des Planeten zu erkennen.
Meine Achtsamkeit beim Essen wird für mich Achtsamkeit in allen Bereichen meines Lebens wachsen lassen. Dadurch wird mein Mitgefühl für alle Lebewesen und für das Leben schlechthin gestärkt.

8 Übungen für achtsames Essen

„Achtsamkeit“ ist einerseits ein modischer Trend unserer heutigen Zeit. Andererseits entspricht sie einer Geisteshaltung, die Menschen verschiedener Kulturen und Epochen bereits seit Jahrtausenden üben. Wir haben es also auch mit einer Renaissance bezüglich des Umgangs mit uns selbst und unserer Umwelt zu tun.
Ganz gewiss kann die Rückbesinnung auf eine achtsame Geisteshaltung als Reaktion auf die negativen Auswirkungen unserer hektischen und von Oberflächlichkeit geprägten Zeit gesehen werden.
Die folgenden 8 Punkte stellen speziell Ratschläge für Menschen dar, die ihr Körpergewicht reduzieren wollen und die verstanden haben, dass Übergewicht kein isoliertes Phänomen der Ernährung darstellen kann, sondern vor allem auch eine Folge des Lebensstils ist.
  1. Das Essen ehren
  2. Alle 6 Sinne einbeziehen
    Geschmack, Farbe, Konsistenz, Geräusche, Reaktion des Geistes, sich verändernder Geschmack
  3. Maßhalten
  4. Sorgfältig kauen
    Eher kleinere Bissen zu sich nehmen
  5. Langsam essen
    Das Sättigungsgefühl stellt sich nach ca. 10 Minuten ein
    Während des Kauens das Besteck weglegen und das Körpergefühl wahrnehmen.
  6. Keine Mahlzeiten auslassen
    Werden Mahlzeiten ausgelassen, fällt es danach schwer achtsam zu essen.
  7. Nichts zwischendurch essen
    Wenn immer wieder gegessen wird, ist die Bauchspeicheldrüse immerzu dabei Insulin auszuschütten.
    Die Zellen werden dadurch immerzu mit Glucose beliefert. Das verhindert, dass der Körper auf Fettreserven zurückgreift.
  8. Möglichst pflanzliche Nahrung bevorzugen
    Pflanzliches ist gesünder (tierische Nahrung ist wegen der enthaltenen Zusätze nicht empfehlenswert. Außerdem
    entstehen bei der Verdauung von tierischer Nahrung vermehrt Substanzen, die zu Übersäuerung und Belastung des Organismus führen).
    Tierische Nahrung verbraucht sehr viel Ressourcen (Land, Wasser), schädigt das Klima und ist Mitursache von Hunger in der Welt.