Awareness-Walk: Erfahrung meditativer Bewegung

„Du kannst Gehmeditation bei jeder anderen Gelegenheit üben, auch zwischen Geschäftsterminen oder wenn du vom Auto in den Supermarkt gehst. Lass dir Zeit beim Gehen!“
(Thich Nhat Hanh, buddhistischer Mönch, Gelehrter, Lyriker)

Awareness-Walk ist die Bezeichnung für meditatives Gehen, die ich das erste Mal von meinem damaligen spirituellen Meister Osho hörte, der uns das meditative Gehen empfahl.

Warum Meditation?

Alles was wir tun, bei dem unser Geist vor keine besonders herausfordernden Aufgaben gestellt wird, kann als eine Art „Anker“ dienen, um den unruhigen Geist ruhig zu halten. Für gewöhnlich ist Geist unaufhörlich damit beschäftigt zu kommentieren und zu plaudern und uns in gedankliche Welten zu entführen, die mit der Realität des Augenblicks oft nicht viel gemein haben. Dann sind wir uns unseres Selbst nicht bewusst und verstricken uns bisweilen in Phantasien, die aus Sorgen, Ängsten, Bedenken und Ärger bestehen und wir erzeugen in dieser unbewussten Haltung immer neue Konflikte.

Bildquelle: Fotalia

Meditation ist ja nun keine neuzeitliche Modeerscheinung, sondern eine Jahrtausende alte Bewussteins-Erfahrung, die auf verschiedenste Arten und mit unterschiedlichen Methoden geübt werden kann, um das zu erfahren, was man mit dem geflügelten Begriff „Hier und Jetzt“ zu begreifen versucht.
In der Erfahrung des Hier und Jetzt findet das Leben in seiner reinsten Form statt. Manche, die es kennen, beschreiben es als leeren, inneren Raum voller Freude, Gelassenheit und einem Anflug von Glückseligkeit. Gerade in der Paradoxie des leeren und doch vollen, inneren Raums, liegt die Magie dieser Erfahrung, in der in Erscheinung tritt, was wir im tiefsten Inneren schon immer waren – nämlich Wesen, die von Anfang an zu Freude, Liebe und Gelassenheit befähigt sind.

Natürlich sollte man sich nicht die Vorstellung machen, dass unangenehme Dinge gänzlich verschwunden seien, die einen kurz zuvor noch plagten! Der Unterschied besteht in der Art der Wahrnehmung und in der Bedeutung, die den Dingen beigemessen wird und schließlich in der Qualität der Reaktion darauf.

Drama und Kampf mit sich selbst und der Welt? Oder lieber die Entscheidung für eine neue, klare Perspektive auf die Dinge, einschließlich einer annehmenden, inneren Haltung, die aus den Verstickungen aus Ärger, Sorgen und Angst herausführt?
In dieser veränderten Perspektive mit einem tiefen Blick nach innen, findet Meditation statt und verändert im Laufe der Zeit auf geradezu magische Weise den Umgang mit sich selbst und den Dingen.

Meditation nicht nur im Sitzen?

Die klassische Haltung für meditative Übungen ist der allseits bekannte Lotossitz. Die meisten werden ihn von Buddha-Figuren oder Abbildungen kennen. Tatsächlich ist der Lotossitz, oder der für die meisten bequemere „Schneidersitz“,  die üblicherweise gelehrte und praktizierte Meditationshaltung.

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Für Menschen, die sich gerne bewegen oder eine Methode bevorzugen, die sie problemlos in ihren Alltag integrieren können, sind dynamische Meditations-Techniken eine willkommene Alternative zum stillen Sitzen. Eine dynamische Technik ist der Awareness-Walk, das meditative Gehen. Überall wo wir zu Fuß unterwegs sind, im Haushalt, beim Einkauf, beim Wandern oder sonstwo, kann Awareness-Walk geübt werden. Niemand wird bezweifeln, dass das Gehen eine vom Körper nahezu selbständig ausgeführte Bewegung ist, für die unser Geist sich nicht wirklich anstrengen muss. Der Fokus der beobachtenden Wahrnehmung liegt dabei auf der Bewegung selbst. Beim stillen Sitzen liegt er auf dem Atem.

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Erfreuliche Begleiterscheinungen

Während sich beim stillen Sitzen die Umgebung in der Regel nicht verändert und sich der Geist vermehrt weg aus dem Fokus auf den Atem in Gedanken verliert, bietet eine sich verändernde Umgebung eher die Möglichkeit im Hier und Jetzt zu bleiben. Zudem  bietet die beobachtende Wahrnehmung von Körperempfindungen beim Gehen ein breiteres Spektrum an Erfahrungen und die Möglichkeit bei sich selbst zu bleiben.

Ob man die Erfahrung von Meditation lieber durch stilles Stzen einlädt oder sich für eine dynamische Methode entscheidet, hängt natürlich von jedem selbst ab. Am besten man probiert beides einmal aus.

Anleitung zu Awareness-Walk, wie auch zu anderen Meditationstechniken, biete ich im Rahmen von Pro-Nutrimentum in Einzelkursen oder für Gruppen an.
Anfragen können über das Kontaktformular auf meiner Webseite gesendet werden.