Kategorie-Archiv: Substanzen

Ursachen von Mineralstoffmängeln

Ackerböden:
  • Bei der Verwendung von synthetischem Kunstdünger kann für die Pflanzen die Aufnahme von Mineralstoffen blockiert werden.
  • Durch intensiven Ackerbau laugen die Böden aus und enthalten immer weniger Mineralstoffe und Spurenelemente, die folglich nicht für die Pflanzen zur Verfügung stehen und somit als Nahrungsquelle für den Menschen fehlen.
Industrielle Verarbeitung der Nahrungsmittel:
  • Durch intensive Verarbeitung der Nahrungsmittel gehen große Anteile an Mineralstoffen und Spurenelementen verloren.
Kochen:
  • Kochen von Nahrungsmitteln vermindert den Gehalt an Mineralstoffen und Spurenelementen. Ganz beträchtlich ist der Verlust, wenn Kochwasser weg geschüttet wird, da sich darin gelöste Nährstoffe befinden.
Übersäuerung des Körpers:
  • Um Säuren neutralisieren zu können, benötigt der Organismus basenbildende Mineralstoffe (Calcium, Eisen, Kalium, Magnesium, Natrium). Diese fehlen dann für ihre anderen physiologischen Aufgaben im Körper.
Stress:
  • Stress verschleißt Mineralstoffe. Insbesondere Magnesium wird bei Stress stark vermindert.
Fluoridierung:
  • Zahnpasta und Salz wird häufig Fluorid zugesetzt. Legitimiert wird dies damit, dass Fluorid ein wichtiger Mineralstoff für die Kariesprophylaxe ist. Fluoride haben die Eigenschaft, sich an Mineralstoffe (besonders Magnesium und Calcium) zu binden und diese damit für den Körper nutzlos zu machen. Zusätzlich wird angenommen, dass Fluorid die Funktion der Zirbeldrüse beeinflusst und dadurch Wahrnehmungsstörungen auslöst.
Magensäuremangel:
  • Magensäure ist notwendig, damit Mineralstoffe resorbiert werden können. Bei einem Mangel an Magensäure fehlen diese Mineralstoffe für den Körper. Der gleiche Effekt tritt bei Verwendung von Säureblockern (Antazida) ein, die bei Sodbrennen gegen Magensäureüberschuss angewendet werden.
Milchkonsum:
  • Milchprodukte enthalten viel Calcium, aber wenig Magnesium. Dadurch wird ein ungünstiges Calcium/Magnesium-Verhältnis erzeugt, was die Aufnahme und Verwertung von Magnesium vermindert.
  • Milchprodukte sind Säurebildner, was wiederum zu einer Verminderung basenbildender Mineralstoffe führt.
Proteinreiche Ernährung:
  • Eine Ernährung, die reich an Proteinen ist (Fleisch, Fisch, Ei), führt zu einer vermehrten Ausscheidung basischer Mineralstoffe über den Urin. Fehlende basische Mineralstoffe begünstigen eine Übersäuerung des Körpers.
Phosphate:
  • Kohlensäurehaltige Getränke enthalten meist Phosphate, die sich mit Mineralstoffen und Spurenelementen zu unlöslichen Komplexen verbinden.

Calcium

Calcium ist ein sogenanntes Mengenelement.
Im menschlichen Körper hat Calcium den mengenmäßig größten Anteil an den Mineralstoffen.
Insgesamt befindet sich im Körper eines Erwachsenen bis zu 1 Kilogramm Calcium.
99% des Calciums befinden sich in Knochen und Zähnen.
1% befindet sich im Extrazellularraum und im Blut. Trotz dieses relativ geringen Anteils hat es hier sehr wichtige Funktionen:
  • Eisenstoffwechsel
    • die Resorption von Eisen ist von der richtigen Menge Calcium abhängig. Zuviel Calcium behindert die Eisen-Resorption. In naturbelassenen Lebensmitteln ist von einem ausgewogenen Verhältnis auszugehen.
  • Blutgerinnung
  • Blutdruck-Regulation
  • Blutgefäße
  • Erregungsweiterleitung in Nerven- und Muskelzellen
  • Knochengesundheit
  • Zahngesundheit
  • Insulinwirkung
Der Tagesbedarf für einen Erwachsenen an Calcium beträgt ca. 1000 Milligramm. Für Schwangere und Stillende beträgt der Tagesbedarf ca. 1200 Milligramm.
300 Milligramm werden täglich über den Urin ausgeschieden. Daher ist die regelmäßige Versorgung mit Calcium wichtig.
Calcium und Vitamin D
Damit das mit der Nahrung aufgenommene Calcium aus dem Darm ins Blut resorbiert werden kann, ist Vitamin D notwendig.
Vitamin D wird durch die Wirkung von Sonnenlicht in der Haut gebildet. Damit hängt die Verwertbarkeit von Calcium auch von einem ausreichendem Aufenthalt in der Sonne ab.
Calcium, Magnesium und Knochengesundheit
Eine zu hohe Calcium-Aufnahme über Nahrung kann die Ausscheidung von Magnesium erhöhen.
Ein dadurch entstehender Magnesium-Mangel verhindert, dass Calcium in die Knochen eingebaut werden kann.
Gute Calcium-Lieferanten:
  • Brennessel (ca. 650-700 Milligramm / 100 Gramm)
    • gilt für frische und als Gemüse zubereitete Blätter
    • Brennessel-Tee liefert weniger Calcium
  • Milch

Supplementierung von Magnesium

Als Faustregel für den täglichen Magnesium-Bedarf eines Erwachsenen können 350-400 Milligramm genannt werden.
Ganzheitliche Maßnahmen betonen die Aufnahme des Magnesiums über vor allem biologische Lebensmittel.
Hinweis: Getreidearten und Hülsenfrüchte, sowie Nüsse, enthalten natürlicherweise Phytinsäure, die eine Resorption von Mineralstoffen und Spurenelementen behindern.
Phytinsäure wird beim Einweichen der betreffenden Lebensmittel über Nacht duch das Enzym Phytase abgebaut!
Nennenswerte Mengen an Magnesium enthalten folgende Lebensmittel:
  • Bananen
  • Bohnen
  • brauner Reis
  • Kakao
  • Kartoffeln
  • Mandeln
  • Spinat
Sollte ein Mangel nicht rasch genug über Lebensmittel korrigiert werden können, kann auch zu natürlichen Nahrungsergänzungsmitteln gegriffen werden.
  • transdermales Magnesiumchlorid
    • wird auf die Haut aufgesprüht und über die Haut aufgenommen
  • Spirulina Mikroalgen
    • liefern etwa 40 Milligramm als Tagesdosis
  • organische Magnesium-Verbindungen
    • Magnesiumorotat
    • Magnesiumcitrat
    • Magnesium-Chelat
      • beim chelatierten Magnesium liegt ein organisches Magnesium, gebunden an natürliche Aminosäuren vor. Dies steigert seine Bioverfügbarkeit im Körper um ein Vielfaches im Vergleich zu herkömmlichen Mineralstoffpräparaten. Magnesium Chelat kann ausserdem nicht von bestimmten Anti-Nährstoffen (Phytinsäure) gebunden werden, wie dies bei herkömmlichen Mineralstoffpräparaten oft der Fall ist und dazu führen kann, dass die Mineralien ungenutzt wieder ausgeschieden werden.
  • anorganische Magnesium-Verbindungen
    • Magnesiumcarbonat
    • Sango Meereskoralle
Überdosierung von Magnesium
Eine Magnesium-Überdosierung über Lebensmittel ist nicht möglich, da der Körper über ausreichende Regelmechanismen verfügt.
Auch eine Überdosierung mit Nahrungsergänzungsmitteln ist eher nicht wahrscheinlich.
Kritisch kann es einerseits für Menschen mit Nierenproblemen werden und auch bei Gesunden, wenn Magnesium-Präparate injiziert werden.
Wichtig: Mineralstoff-Supplemente sollten in möglichst geringer Dosis verwendet werden. Schließlich dienen sie nur als zusätzliche Mineralstoff-Lieferanten.
Mehr als die doppelte empfohlene Tagesdosis sollten nicht eingenommen werden, da es zu schädlichen Ablagerungen im Organismus kommen kann.
Grundsätzlich sollten sie in Absprache mit dem Therapeuten eingenommen werden.

Hilfreiche Ballaststoffe

Als der Begriff Ballaststoff entstand, galten bestimmte in Lebensmitteln enthaltene Substanzen als unnötiger Ballast. Erst viel später kam man der tatsächlichen Bedeutung dieser Substanzen auf die Spur.

Dabei fand man heraus, dass die Aufnahme von Ballaststoffen in der richtigen Dosierung (ca. 20-40 Gramm/Tag) in vielfacher Weise gesundheitsfördernde Wirkungen hat.


Beispiele für Lebensmittel mit hohem Ballaststoff-Anteil:
– getrocknete Pilze (40-50 g pro 100 g)
– Weizenkleie (45 g pro 100 g)
– Trockenfrüchte (15-20 g pro 100 g)
– Schwarzwurzel (18 g pro 100 g)
– Hülsenfrüchte (12-18 g pro 100 g)
– Amaranth (10 g pro 100 g)
– Haferflocken, Vollkorn ( 10 g pro 100 g)


Zu unterscheiden sind 2 Arten der Ballaststoffe: Wasserlösliche und Wasserunlösliche.
Beide haben sie ihre spezifischen Auswirkungen auf Stoffwechsel und Verdauung.
Das Wesensmerkmal der wasserlöslichen Ballaststoffe ist ihre Wasser bindende und quellende Eigenschaft. Dabei werden außer Wasser auch Giftstoffe gebunden und zur Ausleitung gebracht. Das Quellvermögen  bedingt eine erhöhte Reinigungswirkung für den Darm und verbessert die Konsistenz des Stuhls. Die Verdauung verläuft im wahrsten Sinne reibungsloser. Im unteren Darmabschnitt – im Dickdarm – dienen beide Ballaststoffarten den dort lebenden Bakterien als Nahrung.
Wasserunlösliche Ballaststoffe nehmen kein Wasser auf. Sie vergrößern lediglich das Stuhlvolumen und reinigen ebenfalls den Darm und regen die Peristaltik (Darmbewegungen) an.

Auf der Seite des Stoffwechsels haben Ballaststoffe ebenfalls sehr wichtige Funktionen.
So regulieren sie z.B. den Cholesterinspiegel. Dieser Prozess verläuft folgendermaßen:
Ballaststoffe binden im Darm Gallensäuren und leiten sie aus. Ohne Ballaststoffe werden Gallensäuren resorbiert und wieder in Umlauf gebracht. Fehlen nun Gallensäuren, müssen in der Leber neue gebildet werden. Dafür benötigt die Leber Cholesterin und der Anteil dessen im Blut sinkt.

Ballaststoffe regulieren auch den Blutzuckerspiegel, da durch sie die Aufnahme von Glucose ins Blut langsamer und regelmäßiger verläuft. Insbesondere für Diabetiker ist das sehr wichtig.

Für übergewichtige Menschen haben Ballaststoffe auch Eigenschaften, die das Abnehmen fördern. Sie blockieren die Enzyme (Lipasen), welche Fette aufspalten und verfügbar machen. Dieser Anteil der Fette kann dann nicht mehr eingelagert werden. Außerdem bewirken sie ein länger anhaltendes Sättigungsgefühl und verhindern, dass zu viel gegessen wird.

Ganzheitlich betrachtet bewirken Ballststoffe ganz erstaunliche Effekte. In dem Maße, wie sie die Gesundheit fördern, verbessern sie das Lebensgefühl und damit die Laune. Da im Darm, also dem Wirkungsort der Ballaststoffe, ein dichtes Geflecht von Nervenzellen vorhanden ist, welches mit dem Gehirn in Kontakt steht, spricht man vom sogenannten Bauchhirn. Informationen werden von unten nach oben und umgekehrt gesendet. Ein gesunder Darm wirkt sich positiv auf die hormonellen Aktivitäten im Kopfhirn aus, was sich wiederum im gesamten Organismus positiv auswirkt.

Das süße Problem: Fructose-Intoleranz

Intestinale Fructose-Intoleranz ist nach der Unverträglichkeit von Lactose (Milchzucker) die häufigste Form der Nahrungsmittel-Unverträglichkeiten.
(Eine Abgrenzung besteht zwischen der intestinalen und der hereditären Form. Letztere gründet auf einen angeborenen Defekt des Enzyms Aldolase B. Die Symptome dieser Störung zeigen sich bereits im Kleinkindalter nach der ersten Gabe von fructosehaltiger Beikost.)

Ursachen
In diesem Artikel soll es um die Problematik der intestinalen Fructose-Unverträglichkeit gehen. Eigentlich handelt es sich nicht um eine Unverträglichkeit im Wortsinn, sondern um ein Problem bei der Aufnahme von Fructose aus dem Dünndarm ins Blut, also sinngemäß um eine sogenannte Malabsorption. Im Gegensatz zur hereditären Form ist die intestinale Fructose-Intoleranz (oder Fructose-Malabsorption) im Laufe des  Lebens erworben. Grund dafür ist eine Störung des Transport-Mechanismus‘ (GLUT-5), der Fructose aus dem Darm ins Blut schleust. Die Ursache dafür ist eine Fehlfunktion der Dünndarm-Schleimhaut, die meist eine Folge einer Darm-Fehlbesiedlung mit unphysiologichen Bakterien ist. Zusammen mit der Aufnahme-Störung der Fructose  besteht oft auch eine Unverträglichkeit gegenüber dem Zuckeralkohol Sorbit, der einerseits ohnehin im Stoffwechsel kursiert und andererseits sowohl in natürlichen Nahrungesmitteln (Obst und Gemüse), als auch als zugesetztes Süßungsmittel in verschiedenen Lebensmitteln vorkommt (z.B. Kaugummi, gesüßte Getränke, Medikamente).

Folgen und Symptome
Findet Fructose ihren Weg ins Blut nicht, wird sie aus dem Dünndarm weiter in den Dickdarm transportiert. Dort warten die angesiedelten Bakterien und fermentieren die Fructose, wobei Gase entstehen: Wasserstoff, Methan, Kohlendioxid. Da Fructose darüber hinaus eine wasserbindende Eigenschaft hat, entsteht eine Verflüssigung des Stuhls, die sich zusammen mit der Gasbildung vielfach mit Durchfall, Blähungen und Bauchschmerzen zeigt.

Ob es sich bei auftretenden Befindlichkeits-Störungen tatsächlich um eine Fructose-Malabsorption und möglicherweise gleichzeitig um eine Sorbit-Intoleranz handelt, kann mithilfe eines Wasserstoff-Atemtests nachgewiesen werden. Dabei wird beim Ausatmen der Gehalt an Wasserstoff gemessen.

Was ist zu tun?
Ganzheitlich betrachtet ist es sinnvoll, nicht nur Symptome zu bekämpfen, sondern das Übel an der Ursache zu packen. Dafür bietet sich an, eine bestehende Fehlbesiedlung der Darmflora zu sanieren, die im Laufe der Zeit durch Fehlernährung und/oder durch Antibiotika-Therapien entstanden sein kann. Diese Korrektur kann mit einer Darmreinigung und der Gabe von Probiotika geschehen. Parallel dazu ist es sinnvoll, zunächst einmal Lebensmittel komplett zu meiden, die Fructose beinhalten. Verschwinden die Symptome im Verlauf dieser Karenzphase, fügt man ein Lebensmittel mit geringem Fructose-Gehalt hinzu. Es ist davon auszugehen, dass im individuellen Fall eine gewisse Menge Fructose vertragen werden kann. Indem im Verlauf der Zeit weitere Lebensmittel hinzugefügt werden, kann die persönliche Toleranz-Grenze erkundet werden.
Als Sofort-Maßnahme bietet es sich an, den Vorteil des sogenannten „Traubenzucker-Tricks“ zu nutzen. Es ist nämlich so, dass Fructose zusammen mit Glucose (=Traubenzucker) besser aufgenommen wird. Die Glucose nimmt die Fructose gewissermaßen huckepack mit ins Blut.

Vitamin D? Ja, bitte…

Vitamin D – ein multifunktionales Prohormon

Im Verlauf der vergangenen 100 Jahre haben Vitamine große Bedeutung erlangt und werden in den Medien entsprechend kontrovers diskutiert.
Die Bedeutung ist deshalb so groß, weil mithilfe von Vitaminen heute Krankheiten vermieden oder geheilt werden können, die in früherer Zeit als unheilbar galten.

Beispiele für die Bedeutung des Vitamin D sind Rachitis und Tuberkulose, die in früherer Zeit oft gemeinsam auftraten.
Wer sich mit Mikronährstoffen (Vitamine, Spurenelemente, Mineralstoffe) ein wenig auskennt, weiß, dass eine ausreichende Versorgung mit Vitamin D für die Knochengesundheit – und damit zur Vermeidung von Rachitis und Osteomalzie –  von maßgeblicher Wichtigkeit ist.

Weniger bekannt ist, dass auch die Lungenerkrankung Tuberkulose in engem Zusammenhang mit Vitamin D steht. Erst in den 1990er-Jahren wurde bekannt, dass
Vitamin D direkten Einfluss auf das Immunsystem hat und dort speziell die Aktivität der Makrophagen (Fresszellen des Immunsystems) der Atemwege fördert. Im Falle der Tuberkulose greifen diese Makrophagen das für die Tuberkulose verantwortliche Mycobacterium tuberculosis an.

Was bei der Entdeckung des Vitamin D nicht gleich bekannt war, ist, dass es sich per definitionem nicht wirklich um ein Vitamin handelt, sondern um die Vorstufe eines Hormons (Prohormon), da Vitamine essentiellen Charakter haben, Vitamin D aber durch UV-Licht-Bestrahlung im Körper selbst gebildet wird (eine Substanz ist essentiell, wenn sie mit der Nahrung aufgenommen werden muss).
Aktives Vitamin D3 entsteht in mehreren Schritten, zunächst als Vorstufe in der Haut durch Sonnenlicht (UV) und im weiteren Verlauf weiterer Umwandlungen unter Mitwirkung von Cholesterin, Magnesium und Östrogen über Leber und Nieren.

Wirkungen im Körper

Wie oben bereits angedeutet, sorgt Vitamin D für gesunde Knochen. Dabei nimmt das Vitamin eine Vermittlerrolle ein. Einerseits ermöglicht es die Aufnahme von Calcium und Phosphor aus dem Darm, die beide maßgebliche Mineralstoffe der Knochen darstellen und andererseits beeinflusst es die Funktion zweier Hormone (Calictonin, Parathormon), welche den Calciumbedarf für die Knochen regulieren.

Weitere Wirkmechanismen finden bei der Bildung von Wachstumsfaktoren statt, sowie bei der Bildung von Zytokinen (Botenstoffe) im Bereich der Nerven. Ganz besonders wichtig ist Vitamin D für das Immunsystem. Hier werden Abwehrzellen des spezifischen Immunsystems „trainiert“ und Entzündungsreaktionen reguliert.

 Vitamin-D-Quellen

Als wichtigste Quelle für Vitamin D gilt die endogene (körpereigene) Produktion in der Haut. Zusätzlich kann Vitamin D über die Nahrung aufgenommen werden. Hier sind vor allem Tierprodukte zu nennen (aber bitte aus biologischer Tierhaltung!!), wie Rindfleisch, Leber, fetter Fisch (Hering, Makrele, Lachs, Sardine). In nennenswerter Menge findet es sich in Pilzen (vor allem getrocknet) in Form von Vitamin D2, welches in aktives D3 umgewandelt wird.

Mangelerscheinungen und darauf bezogene Erkrankungen

Da die Vitamin-D-Forschung noch relativ jung ist, gibt es zwar viele Hinweise auf mögliche Zusammenhänge von Vitamin-D-Mangel und Krankheiten. Überzeugende Belege existieren in vielen Fällen jedoch nicht.
Eindeutig ist der Zusammenhang mit Knochengesundheit und der Bedeutung für das Immunsystem. Häufige Infekte im Bereich der Atemwege können auf einen Vitamin-D-Mangel hinweisen (dieser Zusammenhang besteht übrigens auch für das Vitamin A). Dies gilt im Besonderen für COPD (Chronisch obstruktive Lungenerkrankung). Dafür, dass Vitamin-D-Mangel das Risiko für Prostata-, Brust- und Darmkrebs erhöht, liegen zumindest Hinweise vor. Auch Krankheiten wie Diabetes-Typ-1 (Autoimmunerkrankung) und Arthritis scheinen in Zusammenhang mit Vitamin-D-Mangel zu stehen.

Risikogruppen

Für alle nachfolgend genannten Risikogruppen ist eine Überprüfung des Vitamin-D-Status durch eine Blutuntersuchung sinnvoll und möglicherweise eine Supplementierung mit Vitamin D notwendig.

Alter: Ab 65 Jahren liegt die Hautsynthese beim Gesunden bei etwa 20% eines gesunden 30-Jährigen. Bereits ab 55 Jahren muss damit gerechnet werden, dass nicht mehr ausreichend Vitamin D über die Haut gebildet werden kann. Insofern ist viel Aufenthalt im Freien bei Sonnenschein dringend angeraten und die Überprüfung des Vitamin-D-Status per Blutprobe sinnvoll.

Besondere Ernährungsformen: Für vegan und vegetarisch lebende Menschen kann ebenfalls eine Unterverorgung vorliegen, wenn sie sich nicht ausreichend im Freien aufhalten und die Hautsynthese als einzige Vitamin-D-Quelle wegfällt.

Hauttyp: Das Stratum corneum der Epidermis, in dem sich 7-Dehydrocholesterol als Ausgangs-Substanz zur Bildung von Vitamin D befindet, ist bei Menschen mit dunkler Haut dicker, als bei Hellhäutigen, Dadurch und durch die höhere Pigmentierung, ist der notwendige Anteil des UV-Lichts wesentlich geringer und liegt im Vergleich zum Hellhäutigen bei etwa 20-30%.

Menschen mit Erkrankungen: Bei Krankheiten der Nieren, der Leber oder des Darms oder bei verschiedenen Formen von Krebs, ist je nach Schwere eine geringere Synthese von Vitamin D zu erwarten. Auch Medikamente können einen Mangel an Vitamin D verursachen.

Schwangerschaft und Stillzeit: Vitamin-D-Defizite bei Mutter und Kind sind nicht selten und sollten in jedem Fall abgeklärt werden.

Übergewicht: Übergewichtige tragen ein hohes Risiko der Unterversorgung, da Fettgewebe Vitamin D anreichert und nicht mehr in den Blutkreislauf zurückführt.

Tagesbedarf

Der allgemein empfohlene Tagesbedarf von 20 Mikrogramm wird bei häufigem Aufenthalt im Freien bei Sonnenschein in der Regel gut erreicht. 15 Minuten Aufenthalt bei Sonnenschein bewirken bei jungen hellhäutigen Menschen etwa 200-300 Mikrogramm Vitamin D. Die Aufnahme über die Nahrung spielt dabei eher eine untergeordnete Rolle. Ausnahmen gelten für die oben genannten Risikogruppen oder wenn eine ausreichende Sonnenbestrahlung nicht möglich ist.

Heliobacter pylori: Warum das Bakterium die Magensäure überlebt

Das 1983 von dem Mediziner Barry Marshall und dem Pathologen John Robin Warren entdeckte Bakterium ist ein wahrer Überlebenskünstler.

Heliobacter pylori wird für Geschwüre in Magen und Darm verantwortlich gemacht und für die bakterielle Gastritis Typ B (Magenschleimhautentzündung).

Bis das Bakterium entdeckt wurde, war man sicher, dass kein Organismus im extrem sauren Milieu des Magens (pH-Wert 1 – 2) überleben kann.
Doch Heliobacter pylori hatte einen Trick gefunden, um sich vor der Säure zu schützen.

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Bildquelle: Yutaka Tsutsumi, M.D.

Es schafft um sich herum ein neutrales Milieu, indem es das Enzym Urease bildet, das Harnstoff in Ammoniak umwandelt. Da Ammoniak basisch ist, neutralisiert er die Magensäure und das Bakterium ist in einer alkalischen Hülle geschützt. Allerdings ist noch unklar, woher der Harnstoff stammt. Möglicherweise produziert ihn das Bakterium selbst.
Urease und Ammoniak stehen wiederum im Verdacht, ursächlich für Magenschleimhautentzündung zu sein.