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Nadabrahma – eine alte Geliebte wiederentdeckt

Um Missverständnissen vorzubeugen: Nadabrahma steht hier nicht für eine exotische Dame, sondern ist der Name für eine Meditationstechnik, die in Zusammenhang mit dem spirituellen Meister Osho (früher Bhagwan Shree Rajneesh) bereits in den 1970er-Jahren bekannt wurde.
Abgeleitet wurde diese Technik von einer alten tibetischen Meditation.

Bildquelle: Adobe Stock
Bildquelle: Adobe-Stock

Nadabrahma setzt sich aus den zwei Silben Nada (Klang) und Brahma (Welt) zusammen.  „Die Welt ist Klang“. Dies steht für die Bedeutung des Namens, was sich dann auch im Charakter der Übung ausdrückt.

Übende erzeugen während des ersten Teiles dieser 1-stündigen Sitz-Meditation einen Summton und dadurch eine Vibration im ganzen Körper. Was in klassischen tibetischen Meditationen oder im Zen die Achtsamkeit auf den Atem ist und damit als „Anker“ für den Geist dient, das ist bei Nadabrahma die Achtsamkeit auf Klang und Vibration.

Insbesondere die Vibration hat für unser Nervensystem eine sehr positive Wirkung!
Die verlängerte Ausatmung, die durch das Summen entsteht und zur Vibration im Körper führt, erhöht die Aktivität des Parasympathikus („Ruhenerv“) im Verhältnis zum Sympathikus („Stressnerv“). Dies wiederum aktiviert den Vagusnerv, was Glücksgefühle erzeugt und zu innerer und äußerer Entspannung beiträgt. Menschen mit hoher „allostatic load“ (Dauerstress), profitieren sehr davon.

Im zweiten Teil werden die Hände sehr langsam kreisförmig bewegt. Zunächst mit den Handflächen nach oben, dann nach unten. Dabei wird die Abgabe und die Aufnahme von Energie an und vom Kosmos visualisiert.

Die ganze Meditation ist von Musik begleitet, die seinerzeit von Chaitanya Hari Deuter (Georg Deuter), einem Schüler Osho’s, komponiert wurde.

Im letzten Teil folgt eine stille Phase, die im ruhigen Liegen ausgeführt wird. Dabei liegt der Fokus auf der reinen, entspannten Körperwahrnehmung.

Kürzlich habe ich diese wundervolle Meditation wiederentdeckt und war wieder begeistert davon, wie tief sie Körper und Geist entspannt.
Nadabrahma wird demnächst auch Teil meiner Meditationskurse sein.

Warum Meditation?

Welche Einsichten können mich zum Meditieren bringen? Was erwarte ich von Meditation?
Meditieren bedeutet, die Wirklichkeit wahrzunehmen, anstatt über sie nachzudenken oder aus ihr zu fliehen.
Mit Meditation kann ich mich so sehr in die Wirklichkeit versenken, dass ich ihr nach und nach auf den Grund gehe.
Was Meditation nicht ist: Träumerei, Imagination, positives Denken, Nachdenken.
Meditation ist das, was geschieht, wenn ich nicht in meine Gedanken verstrickt bin. In Meditation bin ich auch nicht von meinen Sinnen hypnotisiert. Ich bin hellwach und aufmerksam.
Die Aufmerksamkeit in der Meditation ist nicht auf etwas Bestimmtes gerichtet, sondern einfach vorhanden.
Meditation ist gesteigerte Bewusstheit. Ich bin dann also meines Atems bewusst, ich fühle meinen Körper, bin mir meiner Sinneseindrücke voll bewusst, fühle meine Gefühle, nehme das Vorhandensein von Gedanken wahr, ohne mich mit ihnen zu beschäftigen.
Wenn ich still sitze und meinen Atem spüre, der mir als Anker für meinen Geist dient, entdecke ich nach und nach Dimensionen der Realität, die mir im Alltagsbewusstsein verborgen bleiben. Das ist so, weil ich im Alltagsbewusstsein so sehr mit allen möglichen Gedanken und Eindrücken beschäftigt bin.
Durch Meditation gelange ich an mein Innerstes. In meinem Innersten erkenne ich mich selbst. Dort erkenne ich die Ursache meiner Gefühle und Gedanken. Für den Verstand ist in meinem tiefsten Innersten nichts vorhanden. Da gibt es nichts, was ich als Objekte beschreiben oder benennen könnte. In meinem Innersten findet nur die Erfahrung, das Erleben, statt. Dort entdecke ich mich selbst in einer Erfahrung der Liebe, der Verzückung, Begeisterung und Staunen.
Die Erfahrungen, die mir Meditation erlaubt, werden nach und nach meinen Alltag verändern.
Ohne dass ich mich weiter darum bemühen muss, werden sich Liebe, Gelassenheit und Freude in meinen Alltag integrieren. Meine Gedanken werden klarer, Ängste und Sorgen verlieren nach und nach ihre Bedeutung.