Archiv für den Monat: April 2017

Phytinsäure

Wer sich um eine gesunde Ernährung kümmert, dem wird der Begriff Phytinsäure bestimmt schon begegnet sein.
Um was geht es dabei?

Phytinsäure ist eine Art natürliches Pflanzenschutzmittel, das Pflanzen  gegen Fressfeinde selbst bilden. Es dient vor allem aber auch als Phosphat-Speicher für den zu erwarteten Keimling.

Phytinsäure findet man in Getreide, Hülsenfrüchten (Bohnen, Linsen, Erbsen, usw.) und in Nüssen, aber auch in Pseudo-Getreidearten wie Quinoa, Buchweizen und Amaranth.

Warum ist Phytinsäure erwähnenswert?

Die Sache hat zwei Aspekte. Einerseits hat Phytinsäure die unangenehme Eigenschaft Mineralstoffe und Spurenelemente unlöslich zu binden, so dass diese für uns nicht mehr zur Verfügung stehen. Dadurch kann Nährstoffmangel entstehen.
Andererseits wirkt Phytinsäure antioxidativ und eliminiert damit die sogenannten freien Radikale in unserem Körper, die für viele Krankheiten ursächlich sind. Dies betrifft vor allem die Darmgesundheit.
Wer viel und gerne Getreideprodukte isst und sich auch regelmäßig von Hülsenfrüchten und Nüssen ernährt, der sollte diese beiden Aspekte im Auge behalten.

Was ist ratsam?

Um einen Großteil der Phytinsäure abzubauen, weicht man die entsprechenden Lebensmittel über Nacht ein. Das Einweichwasser schüttet man ab und spült anschließend noch einmal. Während des Einweichens findet ein Keimprozess statt, bei dem Phytinsäure abgebaut wird. Ein hundertprozentiger Abbau ist allerdings nicht gegeben, was aber auch kein Problem ist, da dadurch die antioxidativen Eigenschaften genutzt werden können.

(Natürlich macht es keinen Sinn, Brot einzuweichen! Die beschriebene Vorbehandlung bezieht sich auf die Getreidekörner vor der Herstellung eines Brotes.)

Getreideprodukte: Gesund oder nicht?

Getreideprodukte sind aus unserem Leben nicht wegzudenken. Ob Brot, Brötchen, Kekse, Haferflocken, Pizza oder Kuchen, jeder hat irgendwann Berührung mit
Lebensmitteln dieser Art.
Da Ernährung einen maßgeblichen Einfluss auf die Gesundheit hat und die Ursachen vieler Krankheiten noch nicht restlos geklärt sind, haben Wissenschaftler mithilfe von Studien die Getreide-Inhaltsstoffe unter die Lupe genommen.
Im Fokus dieser Forschungen stehen beispielsweise Substanzen wie Gluten, Lektine und Phytinsäure. Diese sind alle in Getreide enthalten und haben definitiv ein Schadpotential.
Am bekanntesten ist Gluten, ein Proteingemisch aus den Proteinen Gliadin und Glutenin, das unter Zufügung von Wasser entsteht, also bei der üblichen Verarbeitung zu entsprechenden Lebensmitteln.
Gluten hat für die Herstellung von Getreideprodukten eine wichtige Bedeutung. Ohne Gluten könnte kein Bäcker ein Brot zustande bringen, da es durch seine klebrige Konsistenz den Zusammenhalt und die Formbarkeit des Teigs gewährleistet.
Hafer enthält übrigens kaum Gluten und eignet sich daher nicht zur Herstellung von Brot oder Brötchen. Roggen, Gerste und Weizen sind die hauptsächlichen Getreidesorten, die Verwendung finden.
Daneben sind es Dinkel, Emmer und Einkorn, die im Laufe der vergangenen Jahre immer mehr Popularität erhalten haben.
Lektine und Phytinsäure sind Substanzen, die weniger bekannt sind, aber dennoch Aufmerksamkeit verdienen, da sie unter bestimmten Umständen Schaden anrichten können. Dazu kommen wir später.
Was das Gluten betrifft, so hat das enthaltene Gliadin die unangenehme Eigenschaft Auslöser für Zöliakie sein zu können. Dies ist eine Erkrankung, die sich durch Atrophie (Rückbildung) der Darmzotten, Entzündung und erhöhte Durchlässigkeit der Darmschleimhaut und eine verminderte Resorption von Mikro- und Makronährstoffen (verminderte Aufnahme von Vitaminen, Mineralstoffen und Spurenelementen) äußert.
Entzündungen sind grundsätzlich eine Antwort des unspezifischen (angeborenen) Immunsystems auf Angriffe durch Schadstoffe, Mikroorganismen oder auf Verletzung.
Bekannt ist auch, dass Patienten, die an Zöliakie leiden, ein erhöhtes Risiko für Autoimmunerkrankungen wie Typ-1-Diabetes tragen.
Chronische Entzündungen sind wiederum Ursache für eine Vielzahl von Folgeerkrankungen. Zu nennen sind z.B. Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Metabolisches Syndrom, Krebs, aber auch psychische Störungen wie Schizophrenie und Depression. Insofern beinhalten Getreideprodukte unter bestimmten Umständen ein beträchtliches Schadpotential.
Die erwähnten Lektine und Phytinsäure können unter bestimmten Umständen Probleme verursachen, insofern sie die Resorption von Nährstoffen behindern. Nicht umsonst werden Lektine auch „Anti-Nährstoffe“ genannt.
Der Verweis auf bestimmte Umstände deutet an, dass weder Gluten, noch Lektine oder Phytinsäure zwingend schädlich sein müssen.
Diese Umstände betreffen Art, Anbau, Herkunft und Verarbeitung der Getreide. Weizen in seiner Urform, wie ihn unsere Vorfahren anbauten, verarbeiteten und verzehrten hatte gänzlich andere Eigenschaften als die vielfach gekreuzten und hochgezüchteten Formen unserer Tage. Heute verwendet man Gifte gegen Schädlinge, synthetische Dünger und dann vielfältige Zusatzstoffe bei der Herstellung der Produkte. Ebenso spielt der Faktor Zeit bei der Herstellung eine wesentliche Rolle. Brot braucht Zeit für die Verarbeitung, wenn daraus ein gesundes Nahrungsmittel werden soll. Einweichen des Getreides und Fermentation brauchen Zeit, damit Lektine deaktiviert und Phytinsäure abgebaut werden können.
Für ein gesundheitlich wertvolles Brot bleibt bei einer wirtschaftlich profitablen Herstellung eines industriell hergestellten Brotes keine Zeit.
Ob Getreideprodukte gesund sind oder nicht, hängt also von verschiedenen Faktoren ab. Zum Einen sind es Art, Anbau, Herkunft und Verarbeitung des Getreides. Weiterhin sind es Aspekte der Lagerung von Rohstoffen und fertigen Produkten, sowie Ernährungsgewohnheiten und Einschränkungen für Menschen, die an speziellen Unverträglichkeiten und Allergien leiden.
Bezüglich der Lagerung muss man wissen, dass insbesondere Vollkornmehl fetthaltig ist und bei der Lagerung ranzig wird. In Bezug auf die Ernährungsgewohnheiten gilt für Getreideprodukte das Gleiche wie für alle anderen Lebensmittel auch: Maß und Abwechslung sind wichtig. Ein Zuviel vom Einen war noch nie gesund.
Fazit:
Wer gern und viel Brot und andere Getreideprodukte isst, sollte diese über Bäckereien beziehen, die Rohstoffe aus Bioanbau verwenden, keine aggressiven Triebmittel einsetzen und bei der Herstellung ihrer Produkte angekeimtes und fermentiertes Getreide verarbeiten.

Vegane Goldmilch zur Stärkung des Immunystems

Zutaten:
  • Hafer-Drink (ca 500 ml)
  • Curcuma (frisch, ca. 5 Gramm)
  • Zimt (nach Belieben)
  • Ingwer (nach Belieben)
  • schwarzer Pfeffer (eine Prise)
  • Honig (1 Teelöffel)
  • Kokosöl (1 Teelöffel)
Herstellung:
  1. Curcuma und Ingwer schälen und in kleine Stücke schneiden und in einen Mixer geben
  2. Zimt, Pfeffer, Honig und Kokosöl dazu geben
  3. Hafer-Drink dazu geben
  4. Alles gut mixen, bis alles fein püriert ist und eine goldgelbe Farbe angenommen hat. Fertig

Die Bedeutung natürlicher Hungerphasen

cAMP (cyclisches Adenosinmonophosphat) ist ein von ATP (Adenosintriphosphat) abgeleiteter Botenstoff und bewirkt im Stoffwechselgeschehen, dass Glycogen zu Glucose abgebaut wird und dadurch Energiereserven aktiviert werden. Es fördert die Ausschüttung von Adrenalin und Glucagon. Ebenso wirkt es stimulierend auf die Lipolyse.
Der Sinn dieser Prozesse ist die Bereitstellung von Energie in der Hungerphase.
cAMP ist wichtig zur Energiebereitstellung für die Nahrungsbeschaffung (lange Märsche, Kampf, Jagd).
Gleichzeitig mit cAMP wird das Protein Foxa2 ausgeschüttet, welches Tätigkeitsdrang auslöst. 
Nach der Nahrungsaufnahme wird cGMP aktiviert und leitet die Regenerationsphase ein.
 cGMP (cyclisches Guanosinmonophosphat) ist ebenfalls ein von ATP abgeleiteter Botenstoff und der Gegenspieler des cAMP.
cGMP leitet eine Regenerationsphase ein.
Bedeutung von cAMP im modernen Alltag
In früheren Zeiten der Menschheitsgeschichte war es wichtig, ausreichende Energiereserven zur Nahrungsbeschaffung zu haben. Kein Individuum hätte überleben können, wenn eine Hungerphase ein Leistungsdefizit bedeutet hätte.
Daher entwickelte sich das Stoffwechselgeschehen so, dass in Hungerzeiten Energiereserven mobilisiert werden konnten.
Im modernen Alltag muss Nahrung nicht mehr mit großen Energiereserven erkämpft werden. Stattdessen geschieht die Nahrungsaufnahme zu mehr oder weniger festgelegten Zeiten, unabhängig davon, ob Hunger spürbar wird.
Die Folge davon ist, dass der mobilisierende Prozess aus cAMP, Adrenalin, Foxa2 und Glucagon ausbleibt und eine Regenerationsphase durch cGMP und durch Abschaltung von Foxa2 eintritt.
Die Folge sind Müdigkeit und langfristig Übergewicht.
 
 
 
Die Probleme im Zusammenhang mit cAMP und cGMP
Werden Hungerzyklen nicht zugelassen, kann kein cAMP aktiviert werden und in der Folge wird auch Foxa2 nicht aktiviert. Freisetzung von Energie wird unterbunden und Tätigkeitsdrang wird verhindert. Müdigkeit ist die Folge.
Die Störung der natürlichen Energierhythmen durch zu häufige Insulinausschüttung und verminderte cAMP-Produktion führt für Frauen und Männer gleichermaßen zu Problemen.
Bei Frauen macht sich diese Störung durch einen ungünstigen Einfluss auf den Hormonhaushalt bemerkbar, da dieser sehr eng mit den Energierhythmen verbunden ist. Es können Menstruationsbeschwerden und Wechseljahresbeschwerden auftreten.
Bei Männern führt die Störung der Energierhythmen zu vermehrter Bildung des Enzyms Aromatase, welches den männlichen Körper verweiblichen lässt. Dabei entstehen Fettpölsterchen an Stellen, die für Männer ein sehr unattraktives Bild abgeben. Zudem wird Muskelgewebe abgebaut.

Isoglucose – ein süßer Krankmacher

Bisher durfte die aus Maisstärke hergestellte Isoglucose in Europa nur in geringen Mengen verwendet werden.
Ab 2017 hat die EU die Regelungen geändert, so dass in Europa zukünftig viele Lebensmittel mit diesem industriell hergestellten Süßungsmittel versetzt sein werden.

In USA, wo Isoglucose (oder auch HFCS = High Fructose Corn Syrup) jahrelang verwendet wurde, geht der Verbrauch zurück, da die krankmachende Wirkung allzu offensichtlich wurde. Nun wittern die Hersteller in Europa einen neuen Absatzmarkt.

Gefährlich ist Isoglucose, da sie nicht wie die natürliche, reine Glucose in den Zellen in Energie umgewandelt wird, sondern in Fett umgewandelt und eingelagert wird. Zudem entsteht beim Abbau des Fructose-Anteils in der Leber Harnsäure. Ein hoher Harnsäurespiegel verringert die Sensibilität der Körperzellen für Insulin. Damit Insulin an den Insulinrezeptoren der Zellen andocken kann, ist Stickoxid nötig. Harnsäure vermindert die Bioverfügbarkeit von Stickoxid. Auf diese Weise verlieren die Zellen ihre Sensibilität gegenüber Insulin und eine Resistenz (Diabetes Typ II) kann entstehen.

Problematisch wird es auch für Menschen, die an einer Fructose-Malabsorption leiden. In diesen Fällen ist ein Transportmechanismus in der Darmschleimhaut geschädigt, der für den Transport der Fructose ins Blut notwendig ist. Fructose wird anschließend im Dickdarm verstoffwechselt und erzeugt die entsprechenden Symptome (Blähungen, Bauchschmerzen, Veränderung der Darmflora).