Archiv für den Monat: März 2017

Beweg dich!

Mutter Natur hat Jahrtausende investiert, um den Organismus Mensch zu entwickeln. Innerhalb dieser gigantischen Zeitspanne gab es immer wieder Verbesserungen auf kognitiver und physiologischer Ebene. Einschneidende Verbesserungen waren z.B. die Fähigkeit Werkzeuge benutzen zu können und der aufrechte Gang.
Für nahezu die komplette Zeit seiner Existenz war Mensch alleine darauf angewiesen, seine körperlichen und kognitiven Fähigkeiten zur Überlebenssicherung zu nutzen.
So verhalf ihm der aufrechte Gang zur Erweiterung seines Horizonts bei der Jagd und die Werkzeug-Herstellung zur Entwicklung von Waffen, um Tiere erlegen zu können.
Meist musste er weite Strecken zurücklegen, um ein Tierherde zu verfolgen oder Plätze zu finden, an denen geeignete pflanzliche Nahrung vorhanden war. So ist es nur logisch, dass Mutter Natur den Menschen zu einer Art Langstrecken-Tier entwickelte. Dass diese Fähigkeit sehr ausgeprägt ist, beweisen die Läufer-Boten aus den verschiedenen Kulturen. Kaum ein Tier hat eine solch ausgeprägte Fähigkeit, auf eigenen Beinen derart lange Strecken zurücklegen zu können. Mutter Natur hatte das Problem der notwendigen Mobilität einfach zu einer perfekten Fähigkeit umgewandelt. Dahinter verbirgt sich übrigens kein Zufall, denn auch was pflanzliche Nahrung betrifft, so wurden die für den Menschen ursprünglich giftigen sekundären Pflanzenstoffe für ihre Verwertung im Stoffwechsel zu lebenswichtigen Substanzen.

Was Bewegung betrifft, hat sich bis zur heutigen Zeit sehr viel verändert. Mensch benutzt seine Beine und sein leistungsfähiges Herz-Kreislauf- und Atmungssystem kaum noch wie in früheren Zeiten, sondern lässt Maschinen die Arbeit verrichten.
Da ein leistungsfähiges Herz, ein stabiler Kreislauf und eine effektive Atmung wichtige Voraussetzungen zur Überlebenssicherung waren, hatte Mutter Natur auch hier aus einem Problem eine Tugend entwickelt. Das Nutzen dieser Fähigkeiten ist dabei sogar zu einer Voraussetzung für Gesundheit geworden, ebenso wie der Verzehr sekundärer Pflanzenstoffe nicht mehr giftig ist, sondern gar eine Vorausetzung für Gesundheit darstellt.

Vielleicht ist es ja so, dass Mensch in ein paar Tausend Jahren zur Gesunderhaltung faul sein muss. Möglicherweise sind auch dann die heutigen Gifte notwendige Bestandteile eines gesunden Stoffwechsels. Ganz sicher aber macht es Sinn, seinen Körper nach dem derzeitigen Entwicklungsstand zu nutzen. Also – beweg dich!

Stress und seine Folgen

Auswirkungen von Stress

siehe auch: Stressmanagement

  • übersäuert Körpergewebe
    • sowohl negativer Stress (Disstress) als auch positiver Stress (Eustress)
      führen zu Übersäuerung, da Adrenalin und Cortisol vermehrt Säuren freisetzen
  • belastet Leber
  • kann Asthma-Anfälle auslösen
  • lässt Blutzuckerspiegel steigen
    • durch Ausschüttung von Cortisol
  • trägt zu Magen-Darm-Problemen bei
    • bei Stress wird Verdauung weitgehend eingestellt
  • trägt zu Nahrungsmittel-Unverträglichkeiten bei
  • schwächt das Immunsystem
    • kurzzeitiger Stress stärkt das Immunsystem,
      dauerhafter Stress hat gegenteilige Wirkung
  • führt zu Verspannungen
  • belastet das Herz
    • Pumpleistung und Schlagfrequenz wird dauerhaft erhöht
  • Bluthochdruck
  • erhöht Vitalstoffbedarf
    • durch Bildung von Stresshormonen werden
      B-Vitamine (Vitamin B5 und Folsäure) verbraucht
  • gefährdet Knochengesundheit
  • erzeugt chronische Entzündungsprozesse
    • häufige Infekte
  • führt zu Ess-Störungen
  • führt zu Progesteronmangel
  • Hemmung des Sexualtriebs

Krankheiten, die durch Stress ausgelöst oder verstärkt werden können

Diabetes mellitus
Durch Ausschüttung des Stresshormons Cortisol gibt die Leber vermehrt Glucose und Fettsäuren ins Blut, um die Energiereserven für Flucht oder Kampf zu erhöhen.
Ein auf diese Weise erhöhter Blutzuckerspiegel, dem weder Flucht, Kampf oder entsprechende körperliche Anstrengung folgen erhöht die Gefahr einer Insulin-Resistenz.
Verstopfung
Eine Stressreaktion ist die weitgehende Reduzierung der Verdauungstätigkeit und das Lahmlegen der Darmmuskulatur. Dadurch kann es zu Verstopfung kommen.
Immunschwäche
Bei kurzzeitigem Stress aktiviert Cortisol das Immunsystem und erhöht die Anzahl von Immunzellen, um drohende Infektionen durch Verletzungen bekämpfen zu können.
Andauernder Stress bewirkt das Gegenteil. Vermehrt ausgeschüttetes Cortisol schwächt auf Dauer das Immunsystem.
Folge sind häufige Infektionskrankheiten wie Erkältung, Lippenherpes, usw.
 
Ein schwankender Cortisol-Spiegel kann Ursache dafür sein, dass zum Wochenende (bei nachlassendem Stress der Arbeitswoche) Infektions-Symptome stärker werden. Dabei wird durch das Absinken des Cortisol-Spiegels das Immunsystem wieder aktiver und die Symptome verstärken sich.

Jon Kabat-Zinn: „Achtsamkeit kann die Gesellschaft heilen“

Im Anschluss an diesen Text führt ein Link zu einem Interview, das im November 2016 vom Netzwerk Ethik heute mit dem Professor für Molekularbiologie und Erfinder der Stressbewältigungs-Methode MBSR Jon Kabat-Zinn geführt wurde.
Im März und April 2017 bin ich selbst Teilnehmer eines 8-wöchigen Kurses, der nach Kabat-Zinn’s Vorgaben gestaltet ist, um meinen Klienten Anregungen und Hilfestellungen im Umgang mit Stress geben zu können.
MBSR ist die Abkürzung für Mindfulness based stress reduction was zu deutsch Auf Achtsamkeit basierende Stress-Reduktion bedeutet.
Stichworte sind Achtsamkeit, Meditation, Yoga. Es geht im Grunde darum, sich seiner immer wieder zu Stress führenden Emotionen, Gedanken- und Handlungsmuster bewusst zu werden, um diese Stück für Stück auflösen zu können. Kernpunkt ist, das mitunter rastlose Gedankenkarussell mithilfe meditativer Übungen verlassen zu können. Dabei kommen Atemübungen, Meditation und einfache Yoga-Übungen zur Anwendung, die auch für Ungeübte leicht auszuführen sind. All dies schafft die Voraussetzung zur Wiederentdeckung des eigenen Körpergefühls und für das Erkennen der eigenen Gedanken- und Handlungsmuster, die im Alltag über lange Zeit einprogrammiert wurden und in uns geradezu ein Eigenleben führen, das uns das Leben schwer macht. Dass Stress – vor allem wenn er chronisch wird – nicht nur eine emotionale und mentale Belastung darstellt, sondern auch im Körper Schaden anrichtet, ist den meisten Menschen zwar bewusst, aber der Umgang damit ist für viele noch immer ein blinder Fleck.
Für die Übungen der MBSR wird Wert darauf gelegt, dass sie im Alltag leicht umzusetzen sind und auch von Menschen ausgeführt werden können, die bisher mit Meditation oder Yoga keine Erfahrungen sammeln konnten. Wer eine gewisse Abneigung gegenüber Begriffen wie Achtsamkeit oder Meditation hegt, da sie definitiv einem Trend angehören, der auch in geschäftstüchtigen Esoterik-Kreisen zu finden ist, dem sei gesagt, dass es bei MBSR weder um religiöse oder esoterische Themen geht, sondern um Methoden, die auch wissenschaftlichen Prüfungen standhalten. Der beste Weg, um den Nutzen für sich selbst herauszufinden, ist – wie so oft – , es selbst auszuprobieren!

Hier der versprochene Link zum Interview mit Jon Kabat-Zinn:
https://ethik-heute.org/achtsamkeit-kann-die-gesellschaft-heilen/