Archiv für den Monat: Januar 2017

Lebensmittelverschwendung

Pflanzen_und_Tiernahrung

Dieses Bild stammt aus dem Skript des Makrobiotik-Lehrers Sakurzawa Nyoiti (Oshawa), der diese Ernährungsform in den späten 60er-Jahren von Japan nach Europa brachte.

Interessant, dass das Problem der Lebensmittelverschwendung bereits damals durchaus bekannt war.
Das Skript stammt von meiner Mutter, die sich in dieser Zeit makrobiotisch ernährte und bei Oshawa Kurse belegte.
Heute dient mir dieses Skript als wertvolles Archiv für die Ernährungsberatung.

Die Bedeutung des Stillens

Der Begriff Stillen kann nur dadurch entstanden sein, weil Babys körperliche und emotionale Befriedigung erfahren, wenn sie die Brust
der Mutter bekommen und dabei still werden. Nähe und Nahrung.
Nahrungsaufnahme ist eine primäre Erfahrung und in den ersten Lebensmonaten stark emotional besetzt.
Der Rhythmus der Nahrungsaufnahme ist sehr individuell und kann nicht durch ein starres Muster ersetzt werden, das sich
an vorgegebenen Zeiten orientiert, ohne dass dadurch Frustrationsgefühle im frühesten Alter ausgelöst werden.
Zelluläre Unterversorgung (Hunger) auf der biologischen Ebene verursacht beim Säugling körperlichen Schmerz durch Störungen
im osmotischen Gleichgewicht der Organe und ist gekennzeichnet durch das Schrumpfen der Gewebe als Folge des Flüssigkeitsmangels.
Eine sich aufbauende Triebspannung aus körperlichem (Hunger) und emotionalem Bedürfnis erzeugt ein Erregungsniveau beim Säugling.
Ist ein erträglicher Grenzwert überschritten, so agiert der Säugling die Anspannung durch Schreien und Strampeln aus.
Durch die Übererregung tritt eine Trübung der Außenwahrnehmung ein, so dass das Kind das verzögerte Angebot der Brust oder der
Flasche erst gar nicht realisiert. Es nimmt einige Zeit in Anspruch, bis die beruhigende Intervention der Mutter dem Kind hilft,
das übermäßige Erregungsniveau zu senken, wodurch die Wahrnehmung des Kindes wieder klarer wird, bis es dann die sanfte
sensorische orale Reizung durch die Brustspitze bemerkt und den Weg zu seinem ursprünglichen Bedürfnis zurückfindet.
Mit Wachheit und Beobachtungsgabe kann dieser Wirbelsturm vermieden werden.
Diese ersten Begegnungen mit der Mutterbrust aus einem elementaren Bedürfnis heraus sind eine wichtige Basis für den weiteren
Kontaktaufbau zwischen Mutter und Kind.
Ein Säugling unterscheidet anfänglich noch nicht so differenziert zischen seinem Selbst und der Mutter. Die Ich-Funktion, zu der
die Fähigkeit des Separierens und Differenzierens gehören, erlaubt zwischen dem Ich und dem Du unterscheiden zu können.
Dies ist ein emotionaler und seelischer, neurologischer Entwicklungsprozess, der sich im Laufe der zeit gestaltet.
Es ist die Aufgabe der Mutter, den Säugling aufmerksam zu beobachten, Bedürfnisse intuitiv zu erfassen und erkennen zu lernen,
um diese adäquat befriedigen zu können.
Triebimpuls -> Erregungsaufbau -> Erwartung -> Suchen -> Finden -> Befriedigung -> Erregungsabbau sind ein in sich geschlossener
Zyklus der Erfüllung, den der Säugling als Ganzheit erfährt.
Das Baby erlebt die Befriedigung durch die Mutter als Teil seiner selbst. Ist dies gewährleistet, kann sich das zuvor Erlebte in Ruhe
integrieren und wird so ein Teil der wachsenden kleinen Persönlichkeit.
Wird dieser Zyklus aber durch die Umwelt gestört, kann das Baby nicht ausreichend erleben, was Befriedigung und Erfüllung bedeutet.
Fehlt das Genährtwerden zum passenden Zeitpunkt und wiederholt sich das häufig, wird der Säugling ein mangelndes Vertrauen in die
eigenen Körperimpulse entwickeln.

Quelle: Inhaltlich zitiert von Ruth Dittrich, Psychotherapeutin und Tanz-und Bewegungstherapeutin