Archiv für den Monat: Dezember 2015

Gomasio selbst herstellen

Sesam, Salz und Mörser

Mörser, Sesam und Salz

Gomasio ist ein Gewürz, das im Laufe der Zeit auch in westlichen Küchen Einzug gehalten hat.
Ursprünglich stammt es aus Japan und heißt übersetzt ganz einfach „Sesamsalz“.

Geschätzt wird Gomasio einerseits als Würzmittel mit kräftigem nussigem Aroma. Es eignet sich zum Würzen einer Vielzahl von Gerichten: Salate, Gemüse, Getreide und Reis. Aber auch beim Bestreuen auf Brot ist es eine leckere Variante.
Dadurch, dass die Salzkristalle im Gomasio von Sesamöl umschlossen sind, macht es nicht so durstig, wie reines Salz dies tut.

Andererseits wird es in der „gesunden Küche“ geschätzt, weil es eine kräftigende Wirkung hat.
In der Ernährungsform der ‚Makrobiotik‘ ist es den Lebensmitteln zugeordnet, die sehr ‚Yang‘ sind und damit ausgleichend wirken zu den Lebensmitteln der westlichen Küche.
In der TCM (Traditiionelle Chinesische Medizin) wird Gomasio ebenfalls eine kräftigende Wirkung zugeschrieben.
Darüber hinaus sagt man ihm nach, dass es gut gegen Husten wirkt, bei übersäuertem Magen, gegen Kopfschmerz, Heuschnupfen und sogar bei Tierhaarallergie hilft.

Sesam, als Hauptbestandteil des Gomasio, ist sehr calciumreich, ordentlich eiweißreich, bietet eine große Menge an wichtigen Aminosäuren und enthält Antioxidantien, die vor freien Radiakalen schützen.

Da es nun sehr beliebt geworden ist, kann man es auch fertig kaufen.
Ein kleiner Nachteil dabei ist, dass Sesamöl zwar vergleichsweise lange haltbar ist, aber eben doch nach einiger Zeit ranzig wird und das ist keinesfalls der Gesundheit zuträglich.
Deshalb ist es eine gute Alternative, es selbst herzustellen.
Die Herstellung ist einfach, wenn auch ein wenig anstrengend (das Mörsern der Körner braucht Ausdauer und etwas Kraft). Vielleicht kann die Gomasio-Produktion ja auch mal einen Besuch im Fitness-Studio ersetzen.

Hier als kurzes Video der Prozess der Herstellung:

Wunderbares Curcuma

Curcuma als Gewürz oder als natürliches Färbemittel (bedingt durch das enthaltene Curcumin) ist den meisten bekannt. Nebenbei ist es auch wesentlicher Bestandteil des Curry und ist z.B. aus der ayurvedischen Küche nicht wegzudenken.

curcuma

Bildquelle: Pro-Nutrimentum

Dass Curcuma noch weitaus mehr kann, soll hier beschrieben werden.

Tatsächlich ist es weniger ein Gewürz, als vielmehr ein Heilmittel mit vielfältigen gesundheitsfördernden Eigenschaften.

Dabei ist zu beachten, dass es in den kleinen Mengen, in denen es üblicherweise als Gewürz verwendet wird, keine ausreichende Wirkung erzielt.
Bei hoher Dosierung sollte einem bewusst sein, dass das bittere Aroma des Curcuma-Rhizoms schnell durchschlägt.

Maximal 5 Gramm pro Tag und Mahlzeit sind ausreichend, damit die heilsame Wirkung dieser Pflanze aus der Gattung der Ingwer-Gewächse auch zum Tragen kommt und das Geschmackserlebnis nicht negativ beeinflusst.

Worin liegen nun die Stärken von Curcuma?

  • Stärkung des Immunsystems
  • Antioxidativ
  • Antibakteriell
  • Antiviral
  • Entzündungshemmend
  • Anregung des Galleflusses
  • Wachstumshemmung  von Tumorzellen bei Darmkrebs, Prostata- und Brustkrebs (nach Forschungsergebnissen an der Ludwig-Maximilians-Universität München)
  • Schützt und regeneriert die Leberzellen
  • Fördert die Fettverdauung
  • Krampflösend
  • Fiebersenkend
  • Schmerzstillend

Die vielfältigen Wirkungen werden dem gelben Farbstoff Curcumin zugeschrieben, für den die Wurzelknolle in erster Linie bekannt wurde.

 

Beispielhafte Links dazu:
http://www.br.de/fernsehen/bayerisches-fernsehen/sendungen/gesundheit/themenuebersicht/ernaehrung/curcuma-wirkung100.html

http://www.zentrum-der-gesundheit.de/curcuma-anwendung-ia.html

Sodbrennen?

Sodbrennen ist so verbreitet, dass es nahezu einen Status als Volkskrankheit erhalten hat

Junge Frau mit Sodbrennen und Aufstoen

Bildquelle: Fotalia.com

In der klassischen Betrachtung liegt Sodbrennen in einem Magensäure-Überschuss begründet, der von vielerlei Ursachen hervorgerufen werden kann.

Dazu gehören

  • Hastiges Essen
  • Stress
  • Ungenügendes Kauen
  • Zu kalte oder zu heiße Speisen
  • Zu viel zuckerhaltige Speisen und Getränke
  • Industriell verarbeitete  Lebensmittel
    • Geschmacksverstärker
    • Konservierungsstoffe
    • Farbstoffe
    • Stabilisatoren
  • Ungünstig zusammengestellte Mahlzeiten
    • Üppige, mehrgängige und fettreiche Menüs
  • Heliobacter pylori-Infektion
  • Übersäuerung des Körpergewebes
Sodbrennen.Reflux.MagensŠure steigt auf

Bildquelle: Fotalia.com

Übliche Therapie: Reduzierung der Magensäure-Produktion

Ebenso klassisch kommen sogenannte Antazida als Medikamente zur Anwendung, sobald Sodbrennen mit zu viel Magensäure in Zusammenhang gebracht wird.

Antazida sind sogennante Protonenpumpenhemmer (=PPI für engl. Proton pump inhibitors), die an den Parietalzellen des Magens ansetzen.

Diese Zellen in der Magenschleimhaut bilden die Salzsäure, die sowohl für die Verarbeitung und Verwertung der Nahrungsbestandteile, als auch zur Eliminierung schädlicher, bakterieller und viraler Eindringlinge lebensnotwendig ist.
Darüber hinaus bilden diese Zellen den sogenannten „Intrinsic Factor“, der für die Aufnahme von Vitamin B12 im unteren Teil des Dünndarms zuständig ist und sie sind mit der Produktion von Natriumhydrogencarbonat beauftragt, welches eine Puffersubstanz zur Regulation des Säurehaushaltes in Magen und Körpergewebe darstellt.

Antazida vermindern die Ausschüttung von Magensäure, Intrinsic-Factor und Natriumhydrogencarbonat

Eine PPI-Therapie wird zwar die Symptome lindern, die definitiv einen Magensäure-Überschuss als Ursache haben, sie hat aber die Nebenwirkungen, welche mit der verminderten Auschüttung von Natriumhydrogencarbonat und Intrinsic Factor auftreten.
Diese sind:

  • Geschwächte Säure-Regulation im Körpergewebe
  • Verminderte Vitamin B12-Resorption

Teufelskreis

Um zu verstehen, warum die Therapie von Sodbrennen mitunter den Einstieg in einen Teufelskreis bedeutet, soll hier eine kurze Erklärung der ablaufenden Prozesse Klarheit bringen.

Da das säuregeulierende Natriumhydrogencarbonat durch Antazida vermindert ausgeschüttet wird, erhöht sich in der Folge der Säuregehalt im Körper.
Die Übersäuerung fordert die Parietalzellen dazu auf, wieder mehr Natriumhydrogencarbonat zur Neutralisierung der Säure auszuschütten. Auch im Magen kommt dadurch dann ein eher basisches Milieu zustande.
Dieses basische Milieu fordert nun die Parietalzellen dazu auf, ausgleichend wieder mehr Säure zu produzieren, obwohl keine Nahrung zu verarbeiten ist.
Der Magensäureüberschuss ist wieder da.

Überschuss oder  Mangel?

Um die Verwirrung komplett zu machen, könnte man in Zweifel ziehen, dass Sodbrennen in jedem Fall die Folge eines Überschusses an Magensäure ist.

Wie wäre Sodbrennen zu erklären, das durch einen Mangel an Magensäure zustande kommt?

Nehmen wir an, im Körpergewebe bildet sich im Laufe der Jahre eine Übersäuerung, die durch falsche Ernährung und ungünstige Lebensweise entsteht.
Die Parietalzellen im Magen sind dann immer wieder mit der Bereitstellung von säureregulierendem Natriumhydrogencarbonat gefordert. Gleichzeitig gleichen sie das dadurch im Magen entstehende basische Milieu mit vermehrter Säureproduktion aus.

Durch die permanente Beanspruchung erschöpfen sich diese Zellen. In der Folge entsteht ein Mangel an Magensäure.

Der Magen muss nun mit einer geringen Menge an Säure zurechtkommen. Er gleicht dieses Manko mit verstärkten Mischbewegungen aus und auch die Verweilzeit der Nahrung im Magen verlängert sich, wodurch organische Säuren aus Gärprozessen entstehen.
Die starken Mischbewegungen können dann die Ursache dafür sein, dass der saure Speisebrei zurück in die Speiseröhre gedrückt wird, was dann als „Refluxkrankheit“ diagnotiziert wird und die für Sodbrennen typischen Symptome hervorruft.

Heliobacter pylori: Warum das Bakterium die Magensäure überlebt

Das 1983 von dem Mediziner Barry Marshall und dem Pathologen John Robin Warren entdeckte Bakterium ist ein wahrer Überlebenskünstler.

Heliobacter pylori wird für Geschwüre in Magen und Darm verantwortlich gemacht und für die bakterielle Gastritis Typ B (Magenschleimhautentzündung).

Bis das Bakterium entdeckt wurde, war man sicher, dass kein Organismus im extrem sauren Milieu des Magens (pH-Wert 1 – 2) überleben kann.
Doch Heliobacter pylori hatte einen Trick gefunden, um sich vor der Säure zu schützen.

Heliobacter_pylori

Bildquelle: Yutaka Tsutsumi, M.D.

Es schafft um sich herum ein neutrales Milieu, indem es das Enzym Urease bildet, das Harnstoff in Ammoniak umwandelt. Da Ammoniak basisch ist, neutralisiert er die Magensäure und das Bakterium ist in einer alkalischen Hülle geschützt. Allerdings ist noch unklar, woher der Harnstoff stammt. Möglicherweise produziert ihn das Bakterium selbst.
Urease und Ammoniak stehen wiederum im Verdacht, ursächlich für Magenschleimhautentzündung zu sein.